IWW veröffentlicht neues Gutachten zu den Risiken von Trocken- und Nassabgrabungen in Wasserschutzgebieten

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Das IWW (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser) hat mit Datum September 2020 ein Gutachten zu den Risiken von Trocken- und Nassabgrabungen in Wasserschutzgebieten veröffentlicht. „Abgrabungen innerhalb von Wasserschutzgebieten – Potenzielle Risiken für die Trinkwassergewinnung”.

Darin wird zwischen der aktiven Abbauphase und der Zeit der Folgenutzung sowohl bei Nass- als auch Trockenabgrabungen unterschieden und Empfehlungen ausgesprochen. Darin heißt es:

Abgrabungen bringen viele gefährdende Ereignisse mit sich, die die Rohwasserqualität negativ beeinflussen können, so dass der Abstand zwischen einer Abgrabung und Trinkwasserbrunnen so groß wie möglich sein sollte. Unter Berücksichtigung der Vielzahl von Risiken, wie sie im vorliegenden Gutachten aufgezeigt werden konnten, und vor dem Hintergrund des Verschlechterungsverbotes der Wasserrahmenrichtlinie ist daher ein Verbot von Abgrabungen innerhalb eines Wasserschutzgebietes die einfachste und sicherste Methode zur Risikominimierung. Wichtig ist aber nicht nur die Betrachtung der qualitativen Risiken für ein zur Trinkwassergewinnung genutztes Grundwasser. Vielmehr muss vor dem Hintergrund der aktuellen klimatischen Veränderungen (z.B. häufigere und ausgeprägtere Dürreperioden), die zu zukünftigen saisonalen Engpässen in der Versorgung mit Trinkwasser führen können, auch die zur Trinkwasserversorgung genutzte Menge einer Wasserressource gewährleistet bleiben. Dieser Aspekt sollte bei der Sicherung der Trinkwasserversorgung Berücksichtigung finden.”

Aktuell soll durch die LWG-Novelle genau dieses pauschale Abgrabungsverbot aufgehoben und durch eine Landes-Wasserschutzgebietsverordnung ersetzt werden. Wann und in welcher Form diese kommt und wirkt ist zur Zeit nicht erkennbar.

 

IWW-Gutachten zu Risiken der Abgrabung in Wasserschutzzonen