Geisterschiff: Mögliche Gefährdung des Dortmund-Ems-Kanals durch ein aufgegebenes Tankschiff

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Das Wassernetz wurde von einem lokalen Umweltschützer auf ein „Geisterschiff” auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Lüdinghausen aufmerksam gemacht. Offenbar liegt ein aufgegebenes Tankschiff unbekannten Inhalts seit über zwei Jahren bei Lüdinghausen vertäut am Anleger. Dabei hat es nach Auskunft des Hinweis-Gebers in der Zeit lediglich seinen Standort um wenige Meter vor oder zurück gewechselt.

Zwischenzeitlich wurde das Schiff in den letzten warmen Sommerwochen von Jugendlichen als „coole location” entdeckt und für Partys genutzt. Im Nachgang hierzu sind in den letzten Tagen alle Fensterscheiben der Kajüte des Tankschiffes mit OSB Platten verschraubt und zugesetzt worden.

Der Dortmund-Ems-Kanal wird unter anderem zur Überleitung von Trinkwasser genutzt.

Nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) handelt es sich bei dem Tankschiff um ein unrechtmäßig zurückgelassenes Schiff eines ausländischen Besitzers. Es sei unter regelmäßiger Aufsicht der Außenstelle des WSA und man schätze die Sachlage im Moment so ein, dass von dem Schiff keine akute Gefahr ausgehe. Es sei weiterhin schwimmfähig, Leckagen seien nicht erkennbar. Angaben zu gelagerten, wassergefährdenden Stoffen konnten nicht gemacht werden. Man habe keine Handhabe, das Schiff abzuschleppen und zu verschrotten und keinen Zugriff auf den ausländischen Besitzer.

Ein betroffener Wasserversorger möchte nun Klärung bei der Bezirksregierung suchen.

In Analogie zu anderen Verkehrswegen erstaunt der Fall sehr. Es wäre nur schwer vorstellbar, dass ein Gefahrgut-LKW zwei Jahre auf einer Autobahn-Raststätte abgestellt werden könnte.