Ortstermin am Schnörringer Bach mit dem NABU Waldbröl

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Auf Grund seiner Einzugsgebietsgröße knapp unter 10 km² ist der Schnörringer Bach in Waldbröl, ein teilweise idyllisch wirkender Zulauf zum Gierzhagener Bach, zwar kein berichtspflichtiges Gewässer, ist aber trotzdem den Zielsetzungen der WRRL nach Artikel 4 unterworfen, was oft geflissentlich übersehen wird. (Bild)

Streckenweise idyllisch, aber zwischendurch massiv gestört !

Und es zeigt sich gerade an kleineren Bachläufen exemplarisch, wie planerische Sünden der Vergangenheit, insbesondere Eingriffe in den Wasserhaushalt große Probleme für das Umfeld und für den Gewässer‑, Natur- und Artenschutz mit sich bringen. Diese wären nach den Vorgaben der WRRL in den gesetzten Fristen entsprechend zu bewältigen, was in der Praxis aber nur sehr selten geschieht.
Der Schnörringer Bach fließt an der Vierbuchermühle vorbei, die wohl in den 1970er oder 80er Jahren saniert und ausgebaut wurde. Hierbei wurde auch die um den als Angelgewässer genutzten Mühlenteich herumführende örtlich Straße ausgebaut, ein seitlich zufließender Wasserlauf verrohrt und ein großer Parkplatz durch Aufschüttungen in der Bachaue angelegt. (Bilder)

Parkplatz in ehemaliger Bachaue

2018 habe sich einige Besucher des Bachtales über die hohe Zahl an überfahrenen Amphibien im Bereich des Angelteiches bei den örtlichen Naturschutzverbänden beschwert und dringend um Abhilfe gebeten. Dies war Anlass für eine kreisübergreifende Aktion. Auf Veranlassung des Wassernetzes NRW und mit Unterstützung der Biologischen Station des oberbergischen Kreises, haben sich örtliche Vertreter des BUND Windeck und des NABU Waldbröl vor Ort getroffen, die Situation erörtert und erste Maßnahmen getroffen. (Bilder)

 

NABU, Wassernetz und Biologische Station aktiv für den Amphibienschutz

Schnell war geklärt, dass die fatale Fehlplanung frühere Jahre Ursache des jährlichen Amphibienmassakers ist. Seit Jahrhunderten nutzten Amphibien den Mühlteich als Laichgewässer und kehrten immer wieder in großer Zahl hierhin zur Laichzeit zurück. Seitdem Verrohrung und Straße den Weg erschweren, werden sie massenhaft überfahren und die Population empfindlich beeinträchtigt. Dies muss auch aus Tierschutzgründen geändert werden, darüber waren sich die Gewässer- und Naturschützer schnell einig. Als Sofortmaßnahme wurden Krötenschutzzäune aufgebaut und ein ehrenamtlicher Betreuungsdienst organisiert, der spätabends und frühmorgens die Eimer kontrolliert und Kröten und Frösche zum Gewässer bringt. (Bilder)

 

Zahlreiche Erdkröten werden gesammelt, über die Straße getragen und in das Laichgewässer gebracht.

Ende März war dann Hochkonjunktur, 40 bis 50 Kröten fanden sich in den Eimern entlang der Zäune, aber auch zahlreiche Tiere auf der Straße, z.T. bereits wieder überfahren. Da sowohl die Rückwanderung der Tiere als auch das Abwandern der ausgereiften Tiere aus den Laichgewässern nicht gesichert werden kann, ist die ganze Mühe zwar nicht vergeblich, aber nur ein Herumdoktern an problematischen Symptomen.
Auf Anregung des Wassernetzes werden daher jetzt von den Behörden Konsequenzen baulicher Art eingefordert. Vorrangig ist hierbei, dass die Verrohrung eines Baches zurückgenommen und den von dort kommenden Amphibien ein gefahrloses Unterqueren der Straße ermöglicht wird.(Bilder)

Diese überflüssige Bachverrohrung muss zurückgebaut und ein Durchlass unter der Straße ermöglicht werden

Dies wären eindeutig erforderliche Maßnahmen im Sinne der WRRL, die mit Fördermitteln unterstützt möglichst bald geplant und umgesetzt werden sollten.
Weitere Maßnahmen werden zu prüfen sein, der derzeitige Zustand ist nach Einschätzung des Wassernetzes jedenfalls nicht haltbar