Querbauwerke in der Sieg unterbinden weiterhin die Durchgängigkeit

Eingetragen bei: Sieg | 0

Am Freitag, den 4.1.2019 trafen sich aktive Naturschützer aus NRW und Rheinland Pfalz mit dem Wassernetz NRW an 2 Querbauwerken im Rheinland‐Pfälzischen Teil der Sieg.

Hier besteht Undurchlässigkeit für die meisten Wasserlebewesen. Aber auch die Situation an den weiteren Wehren bei Sigambria und Scheuerfeld ist unbefriedigend.
Dabei ist gerade die Sieg eines der wenigen Zielartengewässer für den Lachs. Ganz sicher erreichen Wanderfische wie der Lachs niemals die Obere Sieg, die als Zielartengewässer für Lachs und Aal ausgewiesen ist. Wiederansiedlungsversuche werden scheitern, wenn die Lachse ihre ursprünglichen Laichgewässer nicht erreichen können. Und in NRW sind gerade mal 11% der früheren natürlichen Lachsgewässer erfasst worden.
Die Querbauwerke stören die Durchgängigkeit nicht nur durch die an ihnen vorhandenen hohen Abstürze, sondern verändern den Charakter und die Ökologie des Fließgewässers von der Stauanlage bis zur Stauwurzel. In diesen Bereichen handelt es sich nun eher um Teiche im Hauptschluss, denn um einen Fluss. Der Geschiebehaushalt ist massiv gestört und es kommt durch Sedimentation von Feinmaterial zu Kolmation. Dieser Zustand muss nach WRRL Vorgaben verbessert werden und darf nicht durch neue Anlagen verschlechtert werden, dafür wollen sich die Natur‐ und Gewässerschützer weiter intensiv einsetzen. Insbesondere im Bereich oberhalb des Euteneuer Wehres wurde durch die Ortsbegehung ein sehr großes Potential für eine naturnahe, bessere Entwicklung der Sieg erkannt, auch unter Berücksichtigung des vorhandenen Erlenbruchwaldes, der alles andere als gewässertypisch und in keinem guten Zustand ist. Hierzu werden zielführende Vorschläge entwickelt.