Beratung zu Kleingewässern in Steinfurt

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Aktive des NABU, BUND und Wassernetzes bereisten am 26.1.2018 verschiedene Gewässer im Einzugsbereich der Vechte.  Der Fokus lag auf kleinere Wasserläufe, die eine besondere Bedeutung für den Gewässerschutz haben, weil sie etwa 70% der Gesamtstrecke des Gewässernetzes ausmachen.

Ziel der Teilnehmenden war es, die ausgewählten Gewässer von der Quelle bis zur Mündung zu bereisen. Dadurch hatten sie die Möglichkeit, ein differenziertes Bild zur Situation vor Ort zu erhalten.

Der rege Austausch mit Mitbürgern, wie er sich bei der Begehung ergab und auch gewünscht war, führte dazu, dass an dem Tag nicht alle Wasserläufe angefahren werden konnten.

Während der Bereisung einer insgesamt eher intensiv landwirtschaftlichen genutzten Region ließen sich an verschiedenen Stellen Potenziale für den Gewässerschutz ermitteln. So wäre vielerorts die Anlage von Randstreifen mit einer Breite von mehr als 5 Metern ein ökologisch Gewinn, genauso wie eine Beschattung der Wasserläufe durch Gehölze und eine Extensivierung der Böschungsmahd, die nur wechselseitig erfolgt und den Bereich der Uferlinie ausspart.

Auch die Nährstoffsituation war ein Gesprächsthema. Diese stellte sich an den verschiedenen Gewässerabschnitten sehr unterschiedlich dar. Die Konzentrationen in Mündungs‐ und Quellbereichen waren z.B. naturnah oder es ließen sich Nitratkonzentrationen von bis zu 30–50 mg/l nachweisen. Behördliche Untersuchungen zeigten zudem, dass für den Schutz des Grundwassers weitere Schritte wichtig sind. Die Aktiven wünschen sich hierzu weitere Informationen und zugleich Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Erstellung und Umsetzung lokaler Maßnahmenplanungen.

Weniger belastet war ein Stillgewässer im Bereich einer NABU‐Biotopfläche (vgl. Foto), wo im Umfeld eine extensive Beweidung mit robusten Hochlandrindern stattfindet. Diese Art der Viehhaltung bietet auch wirtschaftliche Perspektiven, weil höhere Vermarktungspreise für das Rindfleisch erzielt werden können.

Ein konstruktives Gespräch mit einem umweltinteressierten Hofeigentümer zeigte zumal, wie wichtig der respektvolle  Dialog vor Ort sein kann. Die Fortführung der Besprechung ist anvisiert, auch um gemeinsame Vorhaben zu entwickeln  und umzusetzen.

Die Gewässeraktiven zogen am Ende der Bereisung ein ermutigendes Fazit. Gemeinsam möchten sie mit Anliegern und weiteren Mitbürger*innen den weiteren Austausch zu konkreten Maßnahmen des Gewässerschutzes suchen und diese mit ihnen gemeinsam verwirklichen. Sie setzen sich für eine Landbewirtschaftung ein, die den Umweltzielen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gerecht wird und den Nutzern eine wirtschaftliche Perspektive bietet.

Interessierte sind willkommen, sich an dem konstruktiven Engagement von BUND, NABU und Wassernetz zu beteiligen.