Dialog an den Bedburger Teichen

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Aktive des BUND und des Wassernetzes NRW suchten am 4.11.2017 die Bedburger Teiche auf, um sich zur Situation des Stillgewässers und der benachbarten Erft zu beraten.

Bei den Bedburger Teichen handelt es sich um ein künstliches Gewässer, welches vormals als  Klärbecken für die Abwässer aus der Zuckerrübenindustrie genutzt wurde. Zwischenzeitlich sind diese der Natur überlassen und stellen einen wichtigen Rastplatz auch für Zugvögel dar. Aufgrund seiner ökologischen Bedeutung wurde das Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Innerhalb der vergangenen 5 Jahre hat sich der Zustand der Teiche deutlich verschlechtert. Wie die Gewässeraktiven im Abgleich mit den Karten feststellen konnten, fehlt auf etwa der Hälfte der Fläche des Feuchtgebietes derzeit das Wasser. Zuvor waren 60–70% des Areals betroffen. Nur durch eine diesjährige Wassereinspeisung hat sich die Situation aktuell verbessert. Die Teilnehmenden der Beratung begrüßen es, dass die zuständigen Stellen der Ursache für den Wasserschwund auf den Grund gehen werden. Der Erftverband beabsichtigt zu prüfen, inwiefern die Verluste durch Verdunstungen verursacht sind. Die regional tätige Biologische Station wird ein Pflegekonzept erstellen und zusammen mit lokal Aktiven praktische Vorhaben umsetzen, um der weiteren Verlandung vorzubeugen. Der Kreis hat Geld in den Haushalt eingestellt, damit beispielsweise zusätzliche Wasser‐Einspeisungen finanziell möglich sind.

Aus Sicht der Gewässeraktiven sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um eine nachhaltige Lösung herbeizuführen. Im Hinblick auf das beabsichtigte Konzept für den Erhalt der Bedburger Teiche sollte beispielsweise ein umfassender Ansatz zum Zuge kommen, der Fragen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an kleinen Stillgewässern klärt, Synergien mit den Anforderungen des Hochwasserrisikomanagements nutzt, den natürlichen Wasserrückhalt ebenso wie die lokale Biodiversität fördert sowie die Herausforderungen infolge der im Boden vorhandenen Altlasten löst. In diesem Zusammenhang wäre aus Sicht der Gewässerschützer*innen zu ermitteln, inwiefern sowohl die Grundwasser‐Entnahmen für den Braunkohletagebau als auch weitere weitere Nutzungen die Situation bei den Bedburger Teichen verschärft haben. In dem betreffenden Fall wäre flankierend das Grundwassermengen‐Management anzupassen. Zudem regen die Gewässerschützer*innen an zu prüfen, ob im Hochwasserfall das Wasser in die Teiche statt in ein benachbartes Rückhaltebecken geleitet wird.

Zusätzlich halten es die Teilnehmenden des Dialoges für erforderlich, dass die Renaturierung der Erft einschließlich seines Altarms zügiger bei Bedburg umgesetzt wird. Entsprechend der WRRL‐Anforderungen hätte bereits gehandelt werden müssen, zumal der Wasserlauf sich in einem ökologisch schlechten Zustand befindet. Mit dem Perspektivkonzept Erft sind geeignete Planungen längst vereinbart worden. Sie sollen einhergehen mit der Anhebung und Anpassung der Gewässersohle und der Verlegung des Flusslaufes, so dass sich die Erft  wieder flusstypisch schlängelt. Im Rahmen dieses Vorhabens soll auch die Reaktivierung der Primäraue erfolgen.

Die Gewässeraktiven werden in den kommenden Wochen ihre Beratung fortsetzen, um die WRRL‐Umsetzung vor Ort durch konkrete Aktivitäten zu unterstützen.