Kartierung in der Langeler Aue

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Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rhein oben, Rhein unten“ haben Aktive des BUND Wesseling, BUND Köln, BUND Rhein‐Sieg‐Kreis, BUND Landesarbeitskreis Wasser und des Wassernetzes NRW am 3.11.2017 die ökologische Situation der Langeler Aue näher untersucht. Zudem nahmen sie den betreffenden Rheinabschnitt zwischen Lülsdorf und Langel in Augenschein.

Im Kontext der Kartierung fand sowohl eine faunistische Grundwasserbeprobung statt als auch eine Strukturerhebung des Rheins mit seinem Ufer und Umfeld (vgl. Foto, Copyright: P. Kröfges).

Wie die vorläufige Auswertung dieser Untersuchung ergab, stellt sich die Situation des ufernahen Auenwaldes deutlich besser dar als während einer behördlich veranlassten Untersuchung zwischen den Jahren 2011 und 2013. Nach Abklärung mit dem damalig beauftragten Kartierbüro ermöglichte die aktuelle Begehung einen genaueren Einblick in das Biotop.

In der Uferzone ließen sich die stark gefährdete gestreifte Haarschnecke (Trochulus striolatus) und die Ufer‐Laubschnecke (Pseudotrichia rubiginosa) nachweisen. In Nähe der Flachwasserzonen rasteten Kormorane.

Den Teilnehmenden fiel des Weiteren auf, dass die Sohle und das Ufer des Rheins weiter ökologisch aufgewertet werden müssen, um den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu genügen. Damit sich gewässertypische Lebensgemeinschaften in dem betreffenden Abschnitt aufhalten und ansiedeln können, ist beispielsweise die Entwicklung von Kiesbänken und Kolken zuzulassen sowie Totholz gesichert einzubringen sowie angedriftetes Gehölz nicht zu entfernen. Entsprechend den fachlichen Anforderungen für den relevanten Flussabschnitt sind naturnahe Sohl‐ und Uferstrukturen grundsätzlich umsetzbar, ohne damit die Schifffahrt zu gefährden.

Möglich ist auch die Entwicklung der Aue und von Nebenrinnen, wofür Potenziale vor Ort durchaus bestehen. Auf den landwirtschaftlich noch intensiv genutzten Arealen könnten mehr Flächen für die Ausbildung naturnaher Waldlebensgemeinschaften mit Gehölzen wie zum Beispiel Silberweiden vorgesehen werden. Dieses Vorhaben würde zugleich dem naheliegenden Trinkwasserschutzgebiet zu Gute kommen. Ohnehin  ist eine entsprechende Maßnahme auch im Umsetzungsfahrplan für den Rhein aufgeführt, mit dem die Anforderungen aus der WRRL und dem Bewirtschaftungsplan für NRW erfüllt werden sollen. Zusammen mit weiteren Arbeiten zur Verbesserung der Sohl‐ und Uferstrukturen warten die gewässerökologischen Vorhaben seit 2012 auf ihre Umsetzung.

Aus Sicht der Exkursionsgruppe bleibt es vordringlich, einer Sohlvertiefung und der damit assoziiert fortgeführten Grundwasserabsenkung vorzukehren, um die derzeitige biologische Qualität der Aue zu erhalten und zu verbessern. Ebenso verbiete sich eine weitere Bebauung der noch unversiegelten Flächen.

Die Flussaktiven werden sich weiter dafür einsetzen, dass auch in der Langeler Aue die Ziele der WRRL und die Maßnahmen des Flussgebietsmanagements zum Zuge kommen.