Weser

Die Weser ist ein Strom, der die nördliche Mittelgebirgsschwelle und das norddeutsche Tiefland durchfließt. Seine beiden Quellflüsse sind Werra und Fulda, die sich bei Hannoversch Münden vereinen. Hier beginnt die Oberweser, die bei ihrem Weg durch das Weserbergland ab dem Kreis Höxter auch zu einem kleinen Teil in Nordrhein-Westfalen verläuft. Unterhalb der Porta Westfalica durchfließt die Mittelweser das Norddeutsche Flachland und dort in einem ca. 70 km langen Abschnitt im Kreis Minden-Lübbecke. Der Großteil der Mittelweser durchläuft Niedersachsen und den Stadtstaat Bremen. Nach 451 km mündet die Weser bei Bremerhaven in die Nordsee. Mit Werra und Fulda ist die Weser mit einem Einzugsgebiet von ca. 46000 km² das größte Flusseinzugsgebiet, das vollständig auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt. Die wichtigsten Zuflüsse in NRW sind linksseitig die Diemel, Werre und Nethe.

Gebietsbeschreibung

Die Landschaft im Einzugsgebiet der Weser NRW wird vielfältig genutzt. Ackerflächen nehmen mit etwa 43% flächenmäßig den größten Anteil ein, gefolgt von Wäldern ca. 28%, Grünland ca. 16% und Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen ca. 13%. Die Flächen an der Oberweser, der Diemel und der Nethe werden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und sind schwach besiedelt. Das Einzugsgebiet der Werre ist dicht besiedelt und wird landwirtschaftlich stark genutzt. Mit den Städten Horn-Bad Meinberg, Detmold, Lage, Lemgo, Bad Salzuflen, Bielefeld, Herford, Bünde, Löhne und Bad Oeynhausen stellt es einen Besiedlungsschwerpunkt an der Weser NRW dar. An der Mittelweser überwiegt dann wieder die landwirtschaftliche Nutzung bei schwacher Besiedlung mit den Städten Porta Westfalica, Minden, Petershagen und Lübbecke. Die Einleitung von Abwässern aus der hessisch-thüringischen Kaliproduktion in die Werra gehört zu den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen, die im Flussgebiet der Weser gelöst werden müssen. Durch die hohe Salzbelastung wird der ökologische Zustand des Weserhauptlaufs erheblich beeinträchtigt. Zwar hat sich die Wasserqualität der Weser seit den 1980er Jahren verbessert, dennoch ist in großen Abschnitten immer noch die Gewässergüteklasse 2–3 (kritisch belastet) vorzuweisen. Das ist weit von den in der WRRL verankerten Bedingungen entfernt, die bis 2015 erreicht sein sollten. Den ökologischen Zustand der Weser in NRW stuften die Behörden aufgrund der kritischen Situation der Fische und des Makrozoobenthos (=wirbellose Wasserorganismen auf der Gewässersohle) insgesamt als unbefriedigend bis schlecht ein. Neben den Einleitungen aus dem Kalibergbau nehmen insbesondere auch die Regulierungen des Flusses für die Schifffahrt Einfluss auf diesen Befund. Wegen der Nitratbelastung weisen zudem etwa 25% der Grundwasserkörper im Flussgebiet Weser einen schlechten Zustand auf. Es existieren verschiedene Maßnahmen zur naturnahen Umgestaltung der Fließgewässer im Gebiet der Weser. Eine davon ist das „Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else“.Das oberste Ziel des Projektes stellt die Umsetzung der WRRL dar und damit der Schutz sowie die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Bäche und Flüsse im Bereich der Kreise Herford und Minden-Lübbecke inklusive der von ihnen abhängigen Landökosysteme und Feuchtgebiete. Die wenigen noch vorhandenen naturnahen Gewässerabschnitte sind das Leitbild für die Entwicklung der Fließgewässer. Im Rahmen des Projektes wurden bereits zahlreiche Vorhaben realisiert. Hierzu zählt die Laufverlängerung und Anhebung des Uhlenbaches auf dem Stadtgebiet Herfords. Auch die Naturschutzverbände sind aktiv: Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung der WRRL, die durch das Engagement des BUND vor Ort angeschoben wurde, stellt der renaturierte Ösperabschnitt in Petershagen dar. Der NABU Minden hat mit der Bereitstellung seiner Flächen dafür gesorgt, dass ein Nebenbach der Bastau bei Minden-Nettelstedt sich wieder mehr schlängeln kann. Ein engagierter Gewässerschützer des Wassernetzes Weser informiert virtuell zum „Bild vom Bach“ vieler Wasserläufe im Flussgebiet. Weitere Informationen zum Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Interessierte Stellen innerhalb des Flussgebietes Weser werden über verschiedene Instrumente an der Aufstellung, Überprüfung und Aktualisierung der Bewirtschaftungspläne beteiligt und so in den Umsetzungsprozess mit einbezogen. Die Maßnahmenplanung soll in regionaler Zusammenarbeit umgesetzt werden. Dazu ist die notwendige Einflussnahme der Kommunen, Maßnahmenträger und Betroffener sicher zu stellen.

Für die Umsetzung der WRRL im Einzugsgebiet der Weser in NRW ist die Bezirksregierung Detmold mit der „Geschäftsstelle Weser NRW“ zuständig. Sie bietet Informationen für die Öffentlichkeit an. Hier sei auf die betreffende Flussgebietsseite verwiesen (vgl. Link in der folgenden Box). Auf der digitalen Plattform erhalten Interessierte auch Auskunft zu Informationsveranstaltungen wie dem Gebietsforum, Broschüren sowie eine Übersicht zu aktuellen Maßnahmen des Gewässerschutzes, wie sie insbesondere in den Umsetzungsfahrplänen und Planungseinheitensteckbriefen zur Bewirtschaftungsplanung hinterlegt sind. Des Weiteren können Sie bei den Mitarbeiter*innen der Behörde erfahren, welche Möglichkeiten der Beteiligung im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung derzeit bestehen. Für die Fachöffentlichkeit werden zur Erstellung der Maßnahmenplanungen Runde Tische angeboten und speziell für den ehrenamtlichen Naturschutz Arbeitsgespräche.

In vielen Kreisen, Städten und Gemeinden des Flussgebietes wäre es wünschenswert, wenn mehr zur WRRL-Umsetzung berichtet würde und bei den konkreten Planungen vor Ort die interessierte Öffentlichkeit mitwirken kann.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Rur” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.