Rur

Die Eifel-Rur, ihre Nebengewässer und der Bereich der südlichen sonstigen Maaszuflüsse bilden in Nordrhein-Westfalen den südlichen Teil des „Bearbeitungsgebiets Maas-Deutschland. Dieses Teileinzugsgebiet wird Maas-Süd genannt. Die Maas entspringt in Frankreich und fließt selbst nicht durch Nordrhein-Westfalen, es liegen aber Zuflüsse der Maas auf Landesgebiet.

Verantwortlich für die Umsetzung der Richtlinie ist in diesem Gebiet die Bezirksregierung Köln (Geschäftsstelle).

Gebietsbeschreibung

Die Rur entspringt am südwestlichen Rand der Eifel und ist ein typischer Mittelgebirgsfluss. Das südliche Einzugsgebiet der Rur liegt im Rheinischen Schiefergebirge/Eifel, Hohes Venn, während der nördliche Teil in der Niederrheinischen Tiefebene liegt. Die Durchgängigkeit des Gewässers wird durch zahlreiche Talsperren bzw. Flussstauanlagen eingeschränkt. Beeinflusst wird das Rureinzugsgebiet zudem durch dichte Besiedelung in den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg und das Rheinische Braunkohlenrevier. Zur Gewinnung der Braunkohle im Tagebau ist es notwendig, Grundwassersenkungen (Sümpfungen) durchzuführen. Durch diesen Eingriff wird der Wasserhaushalt im Grundwasser, insbesondere im Lockergesteinsbereich des Rureinzugsgebiets, bereits seit den 50er Jahren und auch noch weit in die Zukunft stark beeinträchtigt. In hydrogeologischer Hinsicht ist das Teileinzugsgebiet Maas-Süd durch eine Zweiteilung in einen nördlichen Lockergesteinsbereich und einen südlichen Festgesteinsbereich gekennzeichnet. Hervorzuheben sind aber auch die Kalkzüge des Aachen-Stolberger-Raums, aus denen in Aachen auch die bekannten Thermalquellen (Temperatur ca. 50 – 70 °C) entspringen.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Die Biologischen Stationen des Kreises Düren und die StädteRegion Aachen planen die Umsetzung von zahlreichen Maßnahmen zur Wiederherstellung naturnaher Fließgewässerlebensräume im Einzugsgebiet der Oberen Ruhr im Natura 2000 Gebiet „Kalltal und Nebentäler“. Dazu gehört auch die Umgestaltung von Staustufen und Wehren im Projektgebiet, um die Durchgängigkeit der Gewässer wieder zu gewährleisten. Unterstützt wird das Projekt durch das Umweltförderprogramm Life+ der Europäischen Union. Weitere Entwicklungen gibt es an der Wurm im nördlichen Bereich von Übach-Palenberg. Hier führte der Wasserverband Eifel Ruhr im Jahr 2013 großflächige Renaturierungsmaßnahmen, unter anderem Uferentfesselungen und Ausbaggerungen, durch. Auch die örtlichen Naturschutzverbände haben sich aktiv in die Planungen miteingebracht. So sorgte die NABU-Ortsgruppe Geilenkirchen/Übach-Palenberg unter anderem für die Aufstellung von Beobachtungswänden und die Anlegung von Hecken, um die Aue vor unliebsamen Besuchern zu schützen. Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Zur Einbindung der Öffentlichkeit finden im Einzugsgebiet Maas-Süd im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung Gebietsforen und Runde Tische statt. Diese werden von der Bezirksregierung Köln, die federführend für dieses Teileinzugsgebiet zuständig ist, angeboten. Die Termine und weitere Informationen zur WRRL-Umsetzung im Teileinzugsgebiet Maas-Süd (Rur) sind auf der Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar. Regelmäßige Informationsveranstaltungen seitens der Kommunen sowie der Wasser– und Bodenverbände sind dagegen eher selten, zumal Termine oft nicht an zentraler Stelle bekannt gegeben werden.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Rur” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.