Ruhr

Die Ruhr entspringt unweit von Winterberg im Sauerland. Sie mündet nach 219 km Flusslauf bei Duisburg in den Rhein.

Gebietsbeschreibung

Der Fluss verläuft auf dem Großteil seiner Strecke durch das Mittelgebirge. Die wichtigsten Nebengewässer sind die Lenne und die Möhne. Sein Einzugsgebiet ist vor allem im Ober- und Mittellauf ländlich geprägt. Wald- und Landwirtschaft überwiegen. An Großstädten fliesst er zumeist nur am Rand entlang. Gleichwohl finden sich in den Tallagen vielerorts Industrie, Verkehrswege und Anlagen zur Energie- und Trinkwassergewinnung. Wegen der rund 1000 Querbauwerke in seinem Einzugsgebiet bestehen weiterhin Herausforderungen für den Lachs und weitere Wassertiere, die Ruhr und seine Nebengewässer zu durchwandern. Traurige Berühmtheit erhielten Ruhr und Möhne durch die im Jahr 2006 festgestellten erhöhten Funde an toxischen per- und polyflurierten Tensiden (PFT), die sich als langlebig erweisen sowie im menschlichen Körper sich anreichern. Außerdem ergibt sich überall dort, wo landwirtschaftliche Betriebe übermäßig Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen auf die Felder verbringen, das Risiko, dass Trinkwasserressourcen und vom Grundwasser abhängige Lebensräume überdüngt werden.

Zugleich ließen sich in den vergangenen Jahren viele Projekte zur Renaturierung der Gewässer auf den Weg bringen. Hier hat sich das engagierte Handeln der Bezirksregierung Arnsberg sowie weiterer behördlicher, verbandlicher und gesellschaftlicher Handlungsträger in der Region gelohnt. Beispielhaft ist die ökologische Aufwertung der  Ruhr bei Arnsberg und Bestwig zu nennen.

Auch die Naturschutzverbände bleiben für die WRRL-Umsetzung vor Ort aktiv. Beispielsweise sei hier das Engagement für die Untere Ruhr genannt, wo sich die ehrenamtlichen Gewässerschützer*innen von BUND, NABU und LNU zwischen Hattingen und Hagen für die Renaturierung der Ruhr und ihrer Auen einsetzen.  An der Lenne konnte der SGV Iserlohn bei Letmathe Flächen für das Gewässer retten. Zur Verbesserung der Bäche im Arnsberger Wald  trug die ABU zu bei, zur Entfesselung der Ruhrschleife bei Duisburg die hiesige BUND Gruppe. Die Naturschutzverbände setzen sich zudem für die ökologische Durchgängigkeit der Bäche und Flüsse ein. Auch engagieren sie sich für ein Schutz des Grundwassers vor Überdüngung, wie etwa der NABU Fröndenberg und BUND Märkischer Kreis.

Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki (vgl. Link in der folgenden Box).

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Bezirksregierung Arnsberg koordiniert federführend die WRRL-Umsetzung im hiesigen Flussgebiet. Sie bietet mit ihrer Geschäftsstelle  Ruhr regionale Gewässerschutz-Informationen für die Öffentlichkeit an. Hier sei auf die betreffende Flussgebietsseite verwiesen (vgl. Link in der folgenden Box). Auf der digitalen Plattform erhalten Interessierte auch Auskunft zu Informationsveranstaltungen wie der Gewässerkonferenz sowie eine Übersicht zu aktuellen Maßnahmen des Gewässerschutzes, welche insbesondere in den Umsetzungsfahrplänen und Planungseinheitensteckbriefen zur Bewirtschaftungsplanung hinterlegt sind. Des Weiteren können Sie bei den Mitarbeiter*innen der Behörde erfahren, welche Möglichkeiten der Beteiligung im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung derzeit bestehen. Für die Fachöffentlichkeit werden zur Erstellung der Maßnahmenplanungen Runde Tische angeboten und sie werden zu Gremien wie der Arbeitsgruppe Wasserqualität und Landwirtschaft eingeladen.

In vielen Kreisen, Städten und Gemeinden des Flussgebietes wäre es wünschenswert, wenn mehr zur WRRL-Umsetzung berichtet würde und bei den konkreten Planungen vor Ort die interessierte Öffentlichkeit mitwirken kann.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Ruhr” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.