Rheingraben Nord

Der Rhein entspringt im schweizerischen Kanton Graubünden und mündet nach 1232,7 km in den Niederlanden in die Nordsee. Das Einzugsgebiet des Rheins in Nordrhein-Westfalen wird Rheingraben-Nord genannt und umfasst den Rheinhauptlauf sowie kleinere Nebengewässer. Die größeren Nebengewässer des Rheins in NRW (Sieg, Wupper, Erft, Ruhr, Emscher und Lippe) stellen jeweils eigene Teileinzugsgebiete dar und bilden mit den Ijsselmeer-Zuflüssen und dem Rheingraben-Nord die Flussgebietseinheit Rhein.

Zuständig für die Umsetzung der WRRL im Teileinzugsgebiet Rheingraben-Nord ist die Bezirksregierung Düsseldorf. Sie wird im südlichen Abschnitt durch die Bezirksregierung Köln unterstützt.

Gebietsbeschreibung

Das Teileinzugsgebiet Rheingraben-Nord grenzt nördlich an die Niederlande und im Süden an das Bundesland Rheinland-Pfalz. Zwischen Köln und Duisburg ist das Einzugsgebiet von hohen Besiedelungsdichten und nördlich von Duisburg bis zur Landesgrenzen in Kleve-Bimmen auch von landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt.  Die historischen und aktuellen Bergbauaktivitäten stellen eine weitere Belastungsquelle im Einzugsgebiet dar.  Zudem wird der Rheinhauptlauf intensiv für die Schifffahrt genutzt und ausgebaut. Bedingt durch die gewässernahe Besiedelung wurden vielerorts Eindeichungen und weitere Hochwasserschutzmaßnahmen vorgenommen, die den Fluss nun in seiner Entwicklung einschränken. In der Niederrheinischen Tieflandbucht liegen ergiebige Grundwasserleiter, die für die Trinkwassergewinnung genutzt werden. Das Niederrheingebiet ist die grundwasserreichste Landschaft Nordrhein-Westfalens. Die intensive Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser, Kühl- und Brauchwasser für industrielle Zwecke stellt einen weiteren intensiven Eingriff in den Wasserhaushalt dar.

Aber es gibt auch positive Entwicklungen. Im Rahmen des Projekts „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln“ setzte die NABU-Naturschutzstation Niederrhein e.V. in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren verschiedene Maßnahmen zur Schaffung naturnaher Flussbett- und Uferstrukturen um. Im Rahmen des Projekts wurden Uferbefestigungen zurückgebaut und naturnahe Gewässerstrukturen geschaffen. Auch an den kleineren Gewässern im Einzugsgebiet tut sich etwas: So bekam der Jüchener Bach im Abschnitt zwischen Jüchen-Herberath und -Bissen eine neue „Inneneinrichtung“. Gemeinsam mit den Erwachsenen der BUND Ortsgruppe Jüchen bauten die BUNDSpechte Totholz in das Bachbett ein, sodass sich nun auch kleinere Lebewesen im Bach ansiedeln können. Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

 

Öffentlichkeitsbeteiligung

Zur Einbindung der Öffentlichkeit finden im Einzugsgebiet Rheingraben-Nord im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung Gebietsforen und Runde Tische statt. Diese werden von den Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln angeboten. Die Termine und weitere Informationen zur WRRL-Umsetzung im Teileinzugsgebiet Rheingraben-Nord sind auf der Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar. Regelmäßige Informationsveranstaltungen seitens der Kommunen sowie der Wasser- und Bodenverbände sind dagegen eher selten, zumal Termine oft nicht an zentraler Stelle bekannt gegeben werden.

 

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Rheingraben Nord” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.