Niers-Schwalm

Niers, Schwalm und der Bereich der nördlichen sonstigen Maaszuflüsse sind ein Teil der Flussgebietseinheit Maas. Sie bilden in Nordrhein-Westfalen den nördlichen Teil des „Bearbeitungsgebiets Maas-Deutschland”, welches vollständig in Nordrhein-Westfalen liegt. Dieses Teileinzugsgebiet wird Maas-Nord genannt. Die Maas entspringt in Frankreich und fließt selbst nicht durch Nordrhein-Westfalen, es liegen aber Zuflüsse der Maas auf Landesgebiet.

Verantwortlich für die Umsetzung der Richtlinie ist in diesem Gebiet die Bezirksregierung Düsseldorf (Geschäftsstelle). Unterstützt wird sie hierbei im südlichen Abschnitt des Gebietes durch die Bezirksregierung Köln.

Gebietsbeschreibung

Das Teileinzugsgebiet Maas-Nord liegt im westlichen Teil Nordrhein-Westfalens und grenzt an die Niederlande. In diesem Teileinzugsgebiet liegen fast die gesamten Einzugsgebiete von Niers und Schwalm und Teile der nördlichen sonstigen Maaszuflüsse. Die Region ist vorwiegend ländlich und von intensiver Landwirtschaft und Gartenbau geprägt, wenngleich der Anteil an Siedlungs- und Gewerbeflächen mit 20 % auch vergleichsweise hoch ist. Zudem wirken sich frühere untertägige Steinkohlenbergbauaktivitäten auf die Gewässer im nordöstlichen Bereich des Einzugsgebiets Niers (Oberläufe von Issumer Fleuth und Nennepper Fleuth) aus. Die daraus hervorgerufenen Bergsenkungen beeinflussen insbesondere das Abflussregime und die Morphologie der Gewässer. In der Folge können einige Gewässer nur noch durch einen Pumpbetrieb erhalten werden. Aber auch der Braunkohletagebau hat seine Spuren hinterlassen. Infolge von Sümpfungsmaßnahmen der Braunkohlentagebaue Garzweiler I/II sind die Einzugsgebiete von Niers und Schwalm massiv durch Grundwasserabsenkung beeinträchtigt.  Die elf Grundwasserkörper im Teileinzugsgebiet Maas-Nord sind im oberen Bereich durch Porengrundwasserleiter aus mäßig bis sehr gut durchlässigen Sanden und Kiesen geprägt. Zudem sorgen stauende Ton- und Braunkohleschichten dafür, dass mehrere Grundwasserstockwerke entstehen, die allerdings infolge der Braunkohlegewinnung anthropogen stark verändert sind. Weitere Belastungsfaktoren im Teileinzugsgebiet Maas-Nord NRW sind Einleitungen aus der Abwasserentsorgung, der Regenwasserentlastung aus Misch- und Trennsystemen sowie Einleitungen aus kommunalen Kläranlagen.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. So hat sich beispielsweise an der Alten Niers, unweit des Schlosses Rheydt, schon einiges getan. Totholz sorgt hier für Dynamik, welche aber leider einseitig durch einen befestigten Weg begrenzt wird. Zudem wurde die Issumer Fleuthaue zum Teil renaturiert. Das Naturschutzzentrum Gelderland konnte hier zusammenhängende Auenflächen erwerben. Im Frühjahr 2005 wurde eine erste Teilmaßnahme erfolgreich umgesetzt: die Wiederanbindung eines abgeschnittenen Altarms an das Hauptgewässer. Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Zur Einbindung der Öffentlichkeit finden im Einzugsgebiet Maas-Nord im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung Gebietsforen und Runde Tische statt. Diese werden von der Bezirksregierung Düsseldorf, die federführend für dieses Teileinzugsgebiet zuständig ist, angeboten. Die Termine und weitere Informationen zur WRRL-Umsetzung im Teileinzugsgebiet Maas-Nord sind auf der Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar. Regelmäßige Informationsveranstaltungen seitens der Kommunen sowie der Wasser– und Bodenverbände sind dagegen eher selten, zumal Termine oft nicht an zentraler Stelle bekannt gegeben werden.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Niers-Schwalm” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.