Erft

Die Erft zählt zu den linkseitigen Nebenflüssen des Rheins. Sie entspringt südlich von Bad Münstereifel. Der Fluss erreicht nach etwa 103 Kilometern bei Neuss den Rhein.

Gebietsbeschreibung

Das Einzugsgebiet der Erft erstreckt sich auf einer Fläche von circa 1830 km². Der Höhenunterschied zwischen der Quelle in der Osteifel und der Mündung im Niederrheinischen Tiefland beträgt 494 Meter. In die Erft fliessen als größte Nebengewässer Gillbach, Neffelbach, Norfbach, Rotbach, Swist und Veybach. Zudem finden sich in ihrem Einzugsbereich 13 Grundwasser. Das Flusssystem ist vor allem ländlich geprägt. Mehr als 65 % der Fläche wird landwirtschaftlich  genutzt. Im Einzugsgebiet des Unterlaufes zeigen sich neben einer intensiven Landwirtschaft eine höhere Siedlungsdichte sowie die Auswirkungen des aktiven und ehemaligen Braunkohletagebaus. Im Ergebnis ist ein Großteil der Erft und seiner Zuflüsse nicht mehr naturnah. Viele Gewässerabschnitte sind tiefer gelegt und dienen zur (erhöhten) Entwässerung der Landschaft. Die Aue wird zumeist intensiv genutzt. Die Wasserproben der Flüsse und Bäche weisen Schwermetall- und Nährstoffbelastungen auf. Dort, wo Sümpfungswasser in die Oberflächengewässer eingeleitet wird, bestehen auch Wärmebelastungen. Stärker verunreinigt sind gebietsweise die kleineren, nicht berichtspflichtigen Gewässer wie die Türnicher Wässer, die im Bereich von Halden und Deponien entspringen. Dort besteht infolge der Verockerung zusätzlicher Handlungsbedarf. Wegen der strukturellen, hydrologischen und chemisch-physikalischen Defizite ist  die überwiegende Zahl der Fließgewässer in einem ökologisch unbefriedigenden bzw. schlechten Zustand. Aufgrund von Nährstoffeinträgen, Altlasten und/oder der tagebaubedingten Sümpfung verfehlen 11 der 13 Grundwasserkörper die Umweltziele.

Andererseits wurden zwischenzeitlich mehr oder weniger große Renaturieungsprojekte umgesetzt, um die ökologische Situation im Flusssystem zu verbessern. Beispielhaft seien hier die abgeschlossenen Vorhaben am Gillbach bei Hülchrath und die Entfesselung der Erft in Weilerswist genannt. Die Ortsgruppen der Naturschutzverbände sind aktiv, um zum Gewässerschutz beizutragen. Um die Beendigung des Braunkohleabbaus voranzutreiben, finden vielseitige Aktionen statt. In Kerpen setzen sich die Naturschützer*innen dafür ein, dass konsequente Maßnahmen gegen Verockerungen und Nickel-Einträge erfolgen. Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Bezirksregierung Köln koordiniert federführend die WRRL-Umsetzung im Flussgebiet. Sie bietet mit ihrer Geschäftsstelle Erft regionale Gewässerschutz-Informationen für die Öffentlichkeit an. Hier sei auf die betreffende Flussgebietsseite verwiesen (vgl. Link in der folgenden Box). Auf der digitalen Plattform erhalten Interessierte auch Auskunft zu Informationsveranstaltungen wie dem Gebietsforum, Broschüren sowie eine Übersicht zu aktuellen Maßnahmen des Gewässerschutzes, wie sie insbesondere in den Umsetzungsfahrplänen und Planungseinheitensteckbriefen zur Bewirtschaftungsplanung hinterlegt sind. Des Weiteren können Sie bei den Mitarbeiter*innen der Behörde erfahren, welche Möglichkeiten der Beteiligung im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung derzeit bestehen. Für die Fachöffentlichkeit werden zur Erstellung der Maßnahmenplanungen Runde Tische angeboten und speziell für den ehrenamtlichen Naturschutz Arbeitsgespräche.

Der Erftverband als regionaler Wasserverband lädt die Naturschutzverbände zu ausgewählten Veranstaltungen ein und hält auf seiner Internetseite Informationen zu seinen Maßnahmen des Gewässerschutzes bereit.

In vielen Kreisen, Städten und Gemeinden des Flussgebietes wäre es wünschenswert, wenn mehr zur WRRL-Umsetzung berichtet würde und bei den konkreten Planungen vor Ort die interessierte Öffentlichkeit mitwirken kann.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Erft” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.