Emscher

Die Emscher zählt zu den Nebenflüssen des Rheins. Sie entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde Holzwickede, welche sich südöstlich von Dortmund befindet. Der Fluss verläuft vollständig durch das Ruhrgebiet und erreicht nach etwa 85 Kilometern bei Dinslaken den Rhein.

Gebietsbeschreibung

Bei der Emscher handelt es sich um ein vergleichsweises kleines Flusssystem in NRW. Mit einem Einzugsgebiet von circa 840 km² ist sie nur ein sechstel so groß wie dasjenige der  Lippe. Der Höhenunterschied zwischen Quelle und Mündung beträgt 129 Meter. In die Emscher fliessen 19 Nebenflüsse, wovon die Boye, der Hüller und Schwarzbach den längsten Lauf aufweisen. Zudem finden sich in ihrem Einzugsbereich 10 Grundwasser. Das Flusssystem ist derzeit vor allem städtisch-industriell geprägt. Mehr als 50 % der Fläche wird für Siedlung und Gewerbe  genutzt. Auch der langjährige Bergbaus hat zum Beispiel in Form von Geländesenkungen seine Spuren hinterlassen, die sich auf das Management des Flusses ausgewirkt haben. Im Ergebnis ist ein Großteil der Emscher und seiner Zuflüsse reguliert und kanalisiert. Gebietsweise muss gepumpt werden, weil die betreffenden Flächen infolge von Bergsenkungen zu tief liegen. Der Fluss dient auf weiten Strecken noch als Abwasserablauf, weshalb das Wasser im Mündungsgebiet geklärt werden muss.  Wegen der strukturellen Defizite und der Einleitung von Abwasser ist die überwiegende Zahl der Fließgewässer in einem ökologisch unbefriedigenden bzw. schlechten Zustand. Auch die Mehrheit der Grundwässer verfehlt die Ziele, zumeist wegen Altlasten an ehemaligen Industriestandorten.

Andererseits wurde zwischenzeitlich ein Großprojekt zur Sanierung und ökologischen Entwicklung der Gewässer auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Emscherumbaus konnten bisher bei über 50% der relevanten Gewässerstrecke  Abwasserkanäle angelegt werden, so dass dort das Schmutzwasser von dem Fluss und den Bächen getrennt verlaufen kann. Auf etwa 30% des Gesamtverlaufs sind Renaturierungsprojekte umgesetzt.  Zum Beispiel hat die zuständige Emschergenossenschaft Abschnitte des Deininghauser Baches entfesseln und frei legen lassen (vgl. Foto). Ortsgruppen der Naturschutzverbände sind aktiv, um zum Gewässerschutz beizutragen. So zum Beispiel am Roßbach, wo Gewässergüte-Bestimmungen erfolgen. Weitere Informationen zu dem Engagement der Naturschutzverbände finden sich im Wassernetz-Wiki.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Bezirksregierung Münster koordiniert federführend die WRRL-Umsetzung im Flussgebiet. Sie bietet mit ihrer Geschäftsstelle Emscher regionale Gewässerschutz-Informationen für die Öffentlichkeit an. Hier sei auf die betreffende Flussgebietsseite verwiesen (vgl. Link in der folgenden Box). Auf der digitalen Plattform erhalten Interessierte auch Auskunft zu Informationsveranstaltungen wie dem Gebietsforum sowie eine Übersicht zu aktuellen Maßnahmen des Gewässerschutzes, wie sie insbesondere in den Umsetzungsfahrplänen und Planungseinheitensteckbriefen zur Bewirtschaftungsplanung hinterlegt sind. Des Weiteren können Sie bei den Mitarbeiter*innen der Behörde erfahren, welche Möglichkeiten der Beteiligung im Rahmen der vorgeschriebenen Anhörungen zur WRRL-Umsetzung derzeit bestehen. Für die Fachöffentlichkeit werden zur Erstellung der Maßnahmenplanungen Runde Tische angeboten.

Der Emschergenossenschaft als regionaler Wasserwirtschaftsverband informiert regelmäßig zu seinen Arbeiten hinsichtlich der Entwicklung der Gewässer.

In vielen Städten des Flussgebietes wäre es wünschenswert, wenn mehr zur WRRL-Umsetzung berichtet würde und bei den konkreten Planungen vor Ort die interessierte Öffentlichkeit mitwirken kann.

Sie benötigen weitere Infos?
Weitere Information zum Einzugsgebiet „Emscher” finden Sie bei Flussgebiete-NRW sowie im Wassernetz-Wiki.