Dialog an Hofbächen in Werther

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Am 12.12.2017 verabredeten sich Aktive des BUND Werther, der BUND Kreisgruppe Gütersloh und des Wassernetzes NRW mit dem Leiter eines landwirtschaftlichen Betriebes in Werther, um ausgewählte Bäche auf seinem Grundstück gemeinsam zu sichten und ihre weitere Entwicklung zu besprechen. Die Initiative hierzu ergriff der Hofbetreiber.

Im Fokus des Ortstermins stand ein Nebenlauf des Schwarzbaches, der auf dem Grundstück des landwirtschaftlichen Betriebes verläuft. Konkret begaben sich die Gewässer‐Interessierten zum Mittellauf des Baches, an einem Abschnitt, wo das Wasser aus einem Wald kommend durch ein weidewirtschaftlich geprägtes Gebiet fließt. Dort widmeten sich die Teilnehmenden der Frage, wie die Anliegen der Landwirtschaft mit denen des Gewässerschutzes praktisch verknüpft werden können.

Die vor Ort praktizierte Bewirtschaftungsweise weist noch viele traditionelle Bezüge auf und kommt gewässerverträglichen Nutzungsformen sehr nahe. Dauergrünland prägt das Umfeld des Wasserlaufes. Über weite Strecken kann der Bach geschwungen fließen und ist weiterhin von gewässertypischen Gehölzen gesäumt.

An dem aufgesuchten Abschnitt hat sich ein markanter Prallhang herausgebildet, der Eisvögeln eine geeignete Wohnstätte bieten kann. Der Bach schlängelt sich dort bereits deutlich und hat insofern einen naturnahen Verlauf. Um die landseitige Uferzone für eine extensive Bewirtschaftung zu sichern und zugleich den Bereich ökologisch weiter aufzuwerten, stimmten die Teilnehmenden darin überein, die betreffende Fläche behutsam mit gewässertypischen Gehölzen zu bepflanzen, um zusätzlichen Abbrüchen vorzusorgen. Zudem sollen natürliche Strömungslenker im Wasserlauf dazu beitragen, dass dem Bach die Kraft auf die betreffende Uferstelle genommen wird. Des Weiteren ist beabsichtigt, den natürlichen Wasserrückhalt in der Aue weiter zu ermöglich und zugleich der Tiergesundheit gerecht zu werden.  

An einer anderen Stelle sind weitere Untersuchungen beabsichtigt, um den Wasserablauf zu gewährleisten.

Die Gewässer‐Interessierten befassten sich auch mit dem Schwarzbach. Für den EU‐berichtspflichtigen Wasserlauf konnten sie Orte ermitteln, wo die Umsetzung der Zielvorgaben aus der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) weiterer Unterstützung bedarf. Noch ist der Bach im Gesamtverlauf als ökologisch unbefriedigend bewertet. Seit 2015 hätte dieser aber die Umweltziele der WRRL erreichen müssen. Die Bachaktiven werden sich dafür engagieren, dass die Anforderungen erfüllt werden.