Quellenschutz in Seppenrade

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Am 12.10.2017 trafen sich Aktive des BUND Coesfeld und des Wassernetzes NRW, um sich über den Zustand der Quellen rund um Seppenrade auszutauschen.

Wolfsschlucht

Erster Anlaufpunkt war die als NSG ausgewiesene Wolfsschlucht, die als schmaler Streifen in Form eines tief eingeschnittenen Kerbtälchens in die heutige Bebauung hineinragt. Erstaunlicherweise ist die Wolfsschlucht in den WRRL-relevanten Planunterlagen (ELWAS) nicht oder bestenfalls fehlerhaft dargestellt. Angrenzende Nutzungen ragen in das NSG. Abgelagerte Gartenabfälle sind Quelle von Nährstoffen und Neophyten. Ein umläufiger Weg könnte zumindest in Teilen zugunsten einer naturnahen Entwicklung aufgegeben und zurückgebaut werden.
Mutmaßlich durch direkt an die Wolfsschlucht angrenzende Bebauung und Versiegelung sind ehemalige Hangquellbereiche versiegt. Zusätzlich wurde durch Hochpumpen von Fremdwasser, Einbau von Querbauwerken und Folie in die Gewässersohle eingegriffen. Bezeichnender Weise befindet sich die letzte wahrnehmbare Hangquelle unterhalb eines unbebauten Bereiches. Aus Sicht der Gewässeraktiven sind diese Eingriffe ebenso wie ein künstlicher Folienteich zurückzunehmen.

Hangabwärts geht der bewaldete Bereich in eine offene Landschaft mit diffusen, teils gefassten Quellbereichen über. Auch hier ist eine Ausweisung als grundwasserabhängiges Landökosystem (GWALÖS) und Quellgebiet nachzuarbeiten. Die amtlich kartierten seggen- und binsenreichen Nasswiesen sind nur noch in Ansätzen zu erkennen. Eine weitere Extensivierung insbesondere in dem intensiv genutzten Bereich entlang der Verbandstraße sowie eine ökologische Entwicklung der Quellen und Bachläufe erscheinen zur Zielerreichung des guten Zustandes zwingend.

 

Wolfsbieke

Parallel zur Wolfsschlucht erstreckt sich (im Wortsinn) die Wolfsbieke. Eine Laufverlängerung ist angezeigt. Hier befinden sich Fischteiche mutmaßlich im Hauptschluss. Dabei handelt es sich um kastenförmige, auf intensive Fischbewirtschaftung ausgelegte Gewässer mit standortuntypischen Grünanlagen, die in scharfem Kontrast zu der kleinräumig strukturierten Landschaft stehen. Auf Höhe der Teiche wurden an der Wolfsbieke vielfach Grünabfällen entsorgt. Unterhalb der Fischteiche unmittelbar an der Wolfsbieke wurde eine aufgelassene Bohrung unbekannter Tiefe aufgesucht. Offenbar wurde ein gespannter Grundwasserleiter angebohrt. Eine notwendige Sanierung sollte seitens der Unteren Wasserbehörde dringend geprüft werden.

 

Quellen bei Tetekum, NSG Seppenrader Schweitz, Nähe Funkturm

Abschließend wurde eine Hangquelle im südlicheren Bereich aufgesucht. Am Hangfuß geht der Buchenbestand in eine Viehweide über. Im Übergang ist der Bachlauf durch Vieh stark zertreten. Zudem besteht eine Einfriedung mit hochbelasteten Bahnschwellen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass diese Belastungen abgestellt werden und gewässerverträgliche Lösungen zum Zuge kommen.

 

Allgemeine Forderungen

Für die Teilnehmer ist die Aufstellung eines Quellenentwicklungsplans (QEP) unumgänglich. Grundlage dafür ist zunächst die Dokumentation aller Quellen und Fließgewässer u.a. im ELWAS. Diese sind bei der Erstellung der Maßnahmenübersichten (bis 2018) zu berücksichtigen. Zudem ist ein Umsetzungsfahrplan für Grundwasserkörper inklusive der GWALÖS (bis 2018) notwendig.