Hofgespräch zum Gewässerschutz

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Initiiert durch die Beratungen während des Wassernetz-Seminars "Wege aus der Nährstoffflut" (Düsseldorf, 4.3.2017) trafen sich Gewässeraktive des BUND Warendorf und des Wassernetzes in Ostbevern mit Vertretern der regionalen Landwirtschaft, Kreisverwaltung und des zuständigen Unterhaltungsverbandes, um sich vor Ort über konkrete Maßnahmen zur WRRL-Umsetzung in agrarisch genutzten Gebieten auszutauschen.

Zu Beginn des Treffens besichtigten die Teilnehmenden einen Abschnitt am Eltingmühlenbach, wo der Unterhaltungsverband an verschiedenen Stellen kleinräumige Maßnahmen zur gewässerökologischen Aufwertung des Wasserlaufes umsetzte. Uferabbrüche wurden belassen, Totholz eingebracht und die Mahd eingestellt. Die faunistischen Effekte dieser Veränderungen werden durch das Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster wissenschaftlich begleitet. Für alle Anwesenden war vor Ort sichtbar, dass am Ufer bereits der Erlenbewuchs einsetzte.

An der Bever hat ein Landwirt sein Grundstück am Fluss für die WRRL-Umsetzung bereit gestellt, Das Zielartengewässer für den Aal soll nun an dem betreffenden Standort einen gewundenen Verlauf erhalten. Der Unterhaltungsverband will zugleich ein Querbauwerk entfernen lassen. Einige Meter flussaufwärts fand bereits eine Renaturierungsvorhaben statt und die Sukzession der Uferbereiche ist weit vorangeschritten.

Während der Bereisung liess sich an vielen Gewässerabschnitten erkennen, dass zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Morphologie und Arbeiten zur Nährstoffreduzierung folgen müssen, damit die Wasserläufe die Umweltziele der WRRL und des Meeresschutzes erreichen können. Aus Sicht des Gewässerschutzes ist es notwendig,  dass ökologisch geeignete Gewässerrandstreifen von 5 und mehr Metern eingerichtet werden müssen. Dieses Thema wurde im Hofgespräch näher erörtert. Für die landwirtschaftlichen Betriebe ist es essentiell, dass sie weiterhin genügend Fläche für die Bewirtschaftung haben.

Zudem berieten sich die Teilnehmenden zur Frage, wie die Nitratbelastung des Grundwassers wirksam minimiert werden kann. In den landwirtschaftlich geprägten Gebieten bleibt ein kontunierlicher Rückgang dieser Verunreinigung aus; örtlich steigen die Konzentrationen sogar weiter an.

Auch wenn zu allen angesprochenen Themen  die Ansichten unterschiedlich blieben, konnten dennoch konstrukive Ergebnisse erzielt werden. So wurde vereinbart, dass die ehrenamtlichen Gewässeraktiven jährlich über die an örtlichen Wasserläufen umgesetzten Maßnahmen eine Übersicht erhalten. Zudem wird geprüft, inwiefern sich konkrete Vorhabensvorschläge für bestimmte Fließgewässer und das Grundwasser in absehbarer Zeit gemeinsam realisieren lassen. Darüber hinaus begrüßten alle Teilnehmenden die Fortsetzung der Gespräche.

 

Danksagung

Die teilnehmenden Gewässeraktiven des Wassernetzes danken Herrn Verenkotte für die Einladung auf seinen Hof.