Gewässer-Blues am Kesselbach

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Am 1. Juli 2017 trafen sich auf Einladung der BUND-Gruppe Essen Gewässerschützer*innen und weitere Interessierte an der renaturierten Mündung des Kesselbachs, um sich ein Bild über den Zustand des Gewässers zu machen. Mit dabei waren der Umweltbus Lumbricus der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) und das Wassernetz NRW. Musikalisch untermalt wurde die Gewässeruntersuchung durch Live-Musik der Emscher Delta Blues Band.

Der Kesselbach lebt!

Das regenreiche Wetter hielt die Teilnehmenden nicht davon ab, sich ein eigenes Bild von der Vielfalt der Unterwasserwelt im Kesselbach zu machen. Der Erfolg der Renaturierung des Kesselbach-Abschnitts ist schon mit bloßem Auge zu erkennen und  wird mit Blick durch die bis 40fach vergrößernden Stereolupen gut sichtbar. Die „Gewässerforscher“ fanden u.a. Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse und Stichlinge.

Weiterhin Handlungsbedarf am Kesselbach und am Borbecker Mühlenbach

Trotz der Funde gibt es am Kesselbach und am Borbecker Mühlenbach, in welchen der Kesselbach mündet, noch einiges zu tun, um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu erreichen und die Gewässer in einen guten Zustand zu versetzen. Aktuell befindet sich der Borbecker Mühlenbach in diesem Abschnitt in einem schlechten chemischen Zustand. So sind u.a. die Grenzwerte der Schwermetalle Silber-, Zink-, Kupfer- und Cadmium überschritten. Gründe für die erhöhten Werte können je nach Schwermetall z.B. Einträge von Industrieabwässern, Reifenabrieb,  Kupferleitungen und verzinkte Dachrinnen bzw. Regenrohre sein. Die Stoffe werden z.B. über Misch- und Niederschlagswassereinleitungen in das Gewässer eingetragen. Zudem liegen Grenzwertüberschreitungen von Stoffen vor, die zu der Gruppe der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) gehören. Diese werden durch Kleinfeuerungen (z. B. Kamine und Öfen in Haushalten), den Verkehr, durch Industrieprozesse und Tabakrauch verursacht. In das Gewässer gelangen die PAK über Kläranlagen und diffuse Quellen.

Hilfe für die Gewässer ist in Planung

Um diesen Belastungen entgegen zu wirken sieht das Land NRW daher die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung von Stoffeinträge durch Misch- und Niederschlagswasser und zur Reduzierung diffuser Stoffeinträge aus Altlasten und Altstandorten vor. Geplant sind für diesen Abschnitt des Borbecker Mühlenbachs darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur und zur Auenentwicklung. Die Gewässeraktiven vom BUND Essen und das Wassernetz NRW werden den Kesselbach und den Borbecker Mühlenbach weiter im Blick behalten und über die Entwicklung berichten.