Beratung zum Kurtenwaldbach

Eingetragen bei: Allgemein, Rheingraben-Nord | 0

Aktive des BUND Rheinisch-Bergischer Kreis und Wassernetz hielten am 28.07.2017 eine Sondersitzung zur WRRL-Umsetzung am Kurtenwaldbach und seiner Nebenläufe ab. Eine Exkursion zu ausgewählten Abschnitten des Gewässersystems zeigte den Teilnehmenden, dass das Gebiet bedeutende Flächen für den natürlichen Wasserrückhalt und gefährdeter Arten aufweist. Zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen müsse allerdings weiterhin gehandelt werden.

Handlungsbedarf im Hinblick auf die Fische

Im Einzugsgebiet des Kurtenwaldbaches befinden sich mehrere wasserabhängige Schutzgebiete, die entsprechend den Natura 2000- Richtlinien und der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu entwickeln sind. Bis zum 22.12.2015 waren die gewässerseitigen Anforderungen zu erfüllen. Bei der Bestandsaufnahme, die 2015 im Rahmen der Aktualisierung des Flussgebietsmanagements in NRW fortgeschrieben wurde, stellten die zuständigen Behörden allerdings einen weiterhin schlechten ökologischen Zustand des Kurtenwaldbaches fest. Diese ist auf die kritische Situation bei den Fischen zurück zu führen. Ein Grund für die schlechte Bewertung dürfte die Verbauung des Gewässers darstellen. Sie stellt Barrieren für die Fische dar.

Transparenz gefragt

Den Gewässeraktiven fiel bei der Sichtung der behördlichen Unterlagen auf, dass die Detailplanungen zur Entwicklung des Baches und seiner Nebenläufe nicht öffentlich vorliegen. Scheinbar fehlen auch für die Schutzgebiete konkrete Ziele und Maßnahmen.

Die Teilnehmenden der Sondersitzung wollen daher bei den zuständigen Stellen eine Informationsveranstaltung anregen, so dass die offenen Fragen zum Management des Fließgewässersystems und der wasserabhängigen Lebensräume geklärt werden.

Quellen als Besonderheit

Um ein besseres Bild von der Situation vor Ort zu erhalten, haben die Teilnehmenden der Kreisgruppe und des Wassernetzes ausgewählte Bereiche des Einzugsgebietes vom Kurtenwaldbach aufgesucht.

Dort konnten sie u.a. erneut feststellen, wie wichtig der natürliche Wasserrückhalt für das Gewässersystem ist. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Tage wurde das Wasser von den anliegenden, weitgehend extensiv genutzten Hangflächen verzögert in die vielzähligen Quellen eingespeist.  Die Lebensräume scheinen naturnah zu sein. Sie sind nicht gefasst und reich an Totholz, insbesondere in Form von Stöcken, Stämmen und Geäst. Zudem wurden zahlreiche Steinfliegen- und Köcherfliegenlarven beobachtet. Aus dem Umfeld wird u.a. das Vorkommen von Ringelnattern berichtet.

Ungeachtet dieser Potenziale besteht aus Sicht der Teilnehmenden weiterer Handlungsbedarf im Einzugsgebiet des Kurtenwaldbaches. So muss das Wildtiermanagement auch aus gewässerökologischen Gründen optimiert werden. Des Weiteren sollte eine zielgruppenorientierte Aufklärungsarbeit dazu beitragen, damit  Freizeit- und weitere Nutzer das Gebiet um die Quellbereiche behutsam nutzen und dass Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit auf den Weg kommen.

Die Aktiven haben hierzu erste Vorschläge erarbeitet und möchten hierfür weitere Interessierte unter Nutzern und Anliegern gewinnen, um gemeinsam für die Gewässer aktiv zu werden.