Dialog am Kößling-See

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Am 10.7.2017 tauschten sich Aktive des NABU Tönivorst und Wassernetz NRW zur Situation des Kößling-Baggersees aus. Während der Beratung am Gewässer ermittelten die Teilnehmenden auch Maßnahmen zur Verbesserung der Habitate am Ufer.

Der See südlich von Tönisvorst befindet sich im Einzugsgebiet des EU-berichtspflichtigen Fließgewässers Willicher Fleuth und stellt ein Rast- und Lebensraum für viele Tierarten dar. Beispielsweise werden Stockenten, Uferschwalben und Eisvogel gesichtet. Der Hecht lässt sich im Gewässer nachweisen. Auch Amphibien wie der Teichmolch nehmen das Gebiet an.

Während der Begehung entlang der Ufer  erfassten die Teilnehmenden den Handlungsbedarf und  die Entwicklungspotenziale des Gewässers. Weil Hilfestellungen zur Strukturklassifizierung von kleineren Seen nicht vorliegen, fand vorläufig eine Anleitung Berücksichtigung, die die  Wasserwirtschaftsverwaltung für die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an größeren Stillgewässern einsetzt.

Eher günstig stellt sich die Situation im südwestlichen Bereich des Kößling-Sees dar. Auf der Pachtfläche des NABU entwickelte sich zwischenzeitlich eine nahezu zusammenhängende Ufervegetation. Als zusätzliche Habitate sind kleinräumig Steilhänge angelegt worden.

Sorgen bereitet den Naturschützern der Wasserstand. Im Vergleich zu früheren Jahren fällt der Pegel im Sommer deutlicher ab. Größere Flachwasserareale liegen nun trocken und sind als Lebensstäten u.a. für wirbellose Gewässerarten wie Muscheln nicht nutzbar. Die Ursache für diese nachteilige Veränderung bedarf weiterer Recherchen. Handlungsbedarf im Hinblick auf die Hydromrophologie ergibt sich v.a. im nördlichen Bereich des Sees, wo ein Schilf- und Waldgürtel durch mehrere Einzelstege und Zuwege durchschnitten wird. Zudem findet im Umfeld eine intensive Ackerbaunutzung und Mahd statt.

Gemeinsam mit Behörden und Nutzern möchten die Teilnehmenden sich dafür engagieren, dass die Umweltziele der WRRL auch am Kößlingsee und an weiteren Gewässern in Tönisvorst erreicht werden können. Während der Beratung widmeten sie sich daher auch Ansätzen, die zur Lösung der oben genannten Herausforderungen beitragen können.