Neue Anforderungen für den Grundwasserschutz

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Im Mai 2017 ist die Novellierung der Grundwasserverordnung in Kraft getreten. Mit den Anpassung gelten in Deutschland  ergänzende bzw. geänderte Bestimmungen des Grundwasserschutzes.

Die Neuerungen sind vor allem technischer Art und betreffen u.a. das Verfahren zur Ableitung von Schwellenwerten. Diese Qualitätskritieren definieren, bis zu welchen Schadstoff-Konzentrationen ein Grundwasser noch einen guten Zustand aufweist.

Im Rahmen der Arbeiten sind beispielsweise die natürlichen Konzentrationen  (Hintergrundwerte) der verschiedenen Grundwasserformationen ("hydrogeochemische Einheiten") zu berechnen und es ist darauf aufbauend zu klären, wie diese  bei der Ausgestaltung der Schwellenwerte Berücksichtigung finden.  Auch für weitere Aspekte gilt darzulegen, inwiefern sie bei der Ableitung der Qualitätskriterien eingeflossen sind. So etwa die spefizischen  Anforderungen zum Schutz grundwasserabhängiger Landökosysteme. Die zuständigen Wasserbehörden haben hierzu in der Bewirtschaftungsplanung zu berichten und sollen auch (umfassender) über die Situation in gefährdeten Grundwasserkörpern informieren (z.B. relevante Stoffe). Ergänzend soll das Umweltbundesamt eine Zusammenstellung der Grundwasserspezischen Hintergrundwerte veröffentlichen.

Die überarbeitete Grundwasserverordnung schränkt ferner die Möglichkeit weiter ein, dass belastete Grundwasser eine gute Bewertung erhalten können: Wenn auf 20% ihrer Fläche eine Überschreitung bei den Schadstoffen vorliegt, so verfehlen sie nunmehr die WRRL-Ziele. Die zuständigen Umweltbehörden müssen zumal bei geringer belasteten Flächenanteilen festlegen, welche Schwellenwert-Überschreitungen sie maximal tolerieren, ehe sie einen Grundwasserzustand als schlecht einstufen.

Um die Verunreinigungen an Nitrit und Orthophosphat-Phospor zu begrenzen, bestehen hierzu nun neue Schwellenwerte.Zudem wird das Pestizidmonitoring ausgeweitet.

Weitergehende Informationspflichten wie etwa Angaben zur gemessenen Höhe einer Schwellenwertüberschreitung oder zur  genaueren Klärung einer natürlichen Grundwasser-Verunreinigung erhielten keine Zustimmung durch die Bundeslände. Auch die Anregungen seitens der Naturschutzverbände blieben unberücksichtigt. Weder wird der Lebensraum Grundwasser besser geschützt, noch gelten striktere Schwellenwerte für Nitrat oder Anforderungen, Sanierungspläne für gefährdete Grundwasserkörper zu erstellen.

Die überarbeitete Grundwasserverordnung ist über folgende Webadresse abrufbar: