Mehr Vielfalt für den Eschbach

Eingetragen bei: Allgemein, Ijssel | 0

In ehrenamtlichem Engagement haben Gewässerschützer*innen gemeinsam mit Schüler*innen der Fridtjof-Nansen Realschule in Gronau Renaturierungsmaßnahmen am Eschbach, einem Nebengewässer der Dinkel, umgesetzt. Die Gewässerschützer*innen stehen in engem Austausch mit dem NABU Borken. Geleitet wurde das Projekt von Sascha Brütting, Martina Feldhues und Doris Woitzik. Im Folgenden berichtet Sascha Brütting über die Maßnahmen am Eschbach von der Planung bis zur Umsetzung.

Hier in Gronau, Kreis Borken, arbeiten wir schon seit Jahren aktiv in einer kleinen Gruppe zur WRRL-Umsetzung und zu Habitatsverbesserungen an und in Gewässern.  Dazu führe ich selber auch biologische Kartierungen durch. Dabei kam mir die Idee, die Schulen vor Ort anzuschreiben. Als einzige hat sich die Realschule Gronau positiv gemeldet. Nach einigen Gesprächen mit den Lehrerinnen wurde daraus ein Biologieprojekt im Leistungskurs. Meine Arbeit ging dann erst richtig los. Zuerst einmal sammelte ich umfangreiches Informationsmaterial. Angefertigt wurden ein Bestimmungsschlüssel und 22 einzelne Karten über Wasserlebewesen der verschiedenen Gewässergüteklassen. Bei der Teilnahme am Unterricht gab es seitens der Schüler*innen viele offene Fragen zum Gewässerschutz sowie zu Einleitungen und deren Folgen.

Am 14.5.2016 wurde dann ein Artenmonitoring durchgeführt. Dies wurde unter anderem auch von den Landesfischereiverbänden Westfalen und Lippe unterstützt, die eine Landschaftsökologin von der Uni Münster schickten. An diesem Tag ist vielen Schüler*innen aufgefallen, dass in dem Bach nur sehr wenige Arten zu finden waren. In der Mehrzahl handelte es sich hierbei zudem um Arten, die Anzeiger für eine mäßige bis schlechte Gewässergüte sind. In einer Gruppe fand sogar eine angeregte Diskussion statt, wie dem Bach geholfen werden muss. Hier wurden bereits Lösungsansätze formuliert. Dies nahm ich als Anreiz und stellte bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Borken einen Antrag für eine Renaturierung als weiteres Schulprojekt. Bei einem Vor-Ort Termin mit der Behörde, der Stadt Gronau und Grundstückseigentümern wurde dieser Antrag voll unterstützt und genehmigt. Nun gab es auch hier enorm viel Arbeit. Zuerst einmal die Entwicklung der geplanten Maßnahmen  und deren Durchführung. Nachdem dies auch endgültig genehmigt wurde, begann die Suche nach Sachspenden. Nach vielen Gesprächen und der Vorstellung eines Projektordners sagten einige lokale Firmen ihre Unterstützung zu. Danach habe ich verschiedene Fragebögen entwickelt, die so auch wieder im Unterricht Anwendung finden können.

Nach der Teilnahme am Unterricht folgte nun die Renaturierung. Ein rundherum gelungener Tag! Alle Materialien konnten wie geplant eingebracht werden.  Zuerst wurde der Bach verengt, um Strömungslenker gezielt anzuvisieren. Danach wurde eine Steinschüttung mit Sandsteinen, ein Totholzbereich und eine Kiesrausche angelegt. Zwei Tage nach der Umsetzung ist die Wirkung der Strömungslenker in der Bachsohle schon gut erkennbar. Durch die erklärenden Hinweistafeln und einem Bericht in der Zeitung gab es zudem ein reges Interesse für die Renaturierungsmaßnahmen am Eschbach. Im nächsten Schritt wird die Wirkung der Maßnahmen mittels einer biologischen Kartierung überprüft. Diese sollte in einem Zeitraum von 4-6 Wochen nach Umsetzung der Maßnahmen erfolgen und eine zweite Kartierung nach etwa 6 Monaten. Das Wassernetz NRW wird hierzu weiter berichten.