Ortstermin zum Gewässerschutz in Euskirchen

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Aktive des NABU Euskirchen und des Wassernetzes berieten sich am 18. Januar 2017 vor Ort, wie sich der Gewässerschutz an der Berke  und im Einzugsgebiet des Wolferter Baches befördern ließe. Während an dem Nebenlauf der Kyll dank des Grundstückerwerbs durch den NABU nun weitere Flächen für die WRRL-Umsetzung bereit stehen, gefährdet ein umstrittenes Bauvorhaben im benachbarten Flussgebiet die ökologischen Umweltziele für ein grundwasserabhängiges Schutzgebiet und einen bundesweit bedeutenden Biotopverbund.

Mehr Raum für die Berke

Nördlich von Berk erwarb der NABU Euskirchen ein Gewässergrundstück. Damit einhergehend haben die Aktiven eine wichtige Grundlage geschaffen, um die dort noch streckenweise begradigte, eingetiefte und gehölzarme Berke ökologisch aufzuwerten. Derzeit weist der kleine Nebenlauf der Kyll eine stark bis sehr stark veränderte Gewässerstruktur auf. Zusammen mit dem Wassernetz wurden Maßnahmen besprochen, die der Umsetzung der WRRL-Umsetzung dienen und zugleich die im Umsetzungsfahrplan vereinbarten Arbeiten berücksichtigen. Hierzu zählt die Entwicklung der Aue mit der Anlage eines nutzungsfreien Randstreifens und der Initialpflanzung gewässertypischer Baumarten wie die Schwarzerle. Außerdem bietet sich die die Anhebung der Gewässersohle an sowie die naturnahe Verlagerung des Bachlaufs. Erste Aktivitäten werden voraussichtlich bis 2018 folgen.

Gewässerverträgliche Energieversorgung

Die Errichtung von Windkraftanlagen innerhalb von ökologisch sensiblen Gebieten war ein weiteres zentrales Thema der Beratung.  Durch bereits umgesetzte Projekte wie im Baasemer Wald fand ein erheblicher Eingriff in der Landschaft statt. Aus Sicht der Naturschützer*innen besteht infolge einer aktuellen Planung im Bereich des Kammerwaldes auch eine Gefährdung der Gewässer. Das Grundwasser kann in dem quellreichen Gebiet aufgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit den für den Anlagenpark erforderlichen Rodungen wird der Boden frei gelegt bzw. verdichtet. Abschwemmung und weitere Verunreinigungen können in den Rotbach und seinen Nebenläufen erfolgen, die sich bis in den Pützbach und Wolferter Bach auswirken. Mit der Anlage von Zufahrtswegen für den Bau-/Schwerlastverkehr findet eine Versiegelung von Flächen statt und kann zur Verrohrung von Kleingewässern führen, wenn diese gequert werden müssen. Zugleich liegt direkt benachbart ein grundwasserabhängiges Landökosystem (GWLÖS) sowie ein wichtiger Abschnitt eines bundesweit bedeutenden Biotopverbundsystems betroffen. Ungeklärt sind bisher auch die Risiken, die mit dem Betrieb und der Wartung der Anlagen einhergehen. Wassergefährdende Hydraulik- und Getriebeöle können zum Einsatz kommen, die in den mehr als 1000 Liter fassenden Behältern innerhalb der Gondel auf über 100 Meter Höhe gelagert sind und freigesetzt werden können. Ähnliche Gefahren löst die Anwendung von Bioziden aus.

Alternativen prüfen

Angesichts der ökologischen Herausforderungen halte die Gewässeraktiven es für erforderlich, dass gewässer- und naturverträgliche Alternativen zu den derzeitigen Planungen für die Energieversorgung geprüft und bevorzugt werden. Diese öffentlich vorzustellen und mit Beteiligung aller Interessierten vor Ort zu beraten, halten die ehrenamtlichen Naturschützer*innen für essentiell. Der NABU Euskirchen steht weiterhin für den Dialog zugunsten WRRL-kompatibler Lösungen bereit.