Langenfeld: Potenzial für natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen

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Am 20. Januar 2017 besuchte das Wassernetz NRW aktive Gewässerschützer des BUND Langenfeld. Im Bereich der Locher Wiesen, die an den Reusrather Bach angrenzen, ist die Errichtung von Wohngebäuden geplant. Die Locher Wiesen sind ein ca. 6 Hektar großes Feucht- und Überschwemmungsgebiet in Langenfeld-Reusrath, welches zum Teil als geschütztes Biotop ausgewiesen ist. Nach starken und anhaltenden Niederschlägen stehen regelmäßig weite Teile dieser Fläche bis zu 50 cm unter Wasser und der Reusrather Bach tritt über seine Ufer. Die Aktiven des BUND Langenfeld setzen sich schon seit geraumer Zeit für den Erhalt des Biotops ein und informieren auf der Internetseite www.feuchtgebiet-locher-wiesen.de über die Überschwemmungen und das Risiko einer Bebauung. Zusätzliche Versiegelungen im Einzugsbereich, da sind sich das Wassernetz NRW und die Aktiven des BUND Langenfeld einig, sollten auf jeden Fall verhindert werden, um eine Verschärfung der Situation zu vermeiden. Gemeinsam überlegten die Gewässeraktiven mit dem Wassernetz NRW daher, wie der Wasserrückhalt natürlich gefördert und der Bach gleichzeitig im Sinne der EU-weit geltenden Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ökologisch aufgewertet werden kann.

Renaturierungsmöglichkeiten am Reusrather Bach

Der Reusrather Bach hat auf Höhe der Locher Wiesen einen sehr geraden Verlauf und ist an vielen Stellen eingetieft. Er grenzt einseitig dicht an die vorhandene Wohnbebauung. Durch eine Absenkung des Ufers auf der gegenüberliegenden Seite oder eine Verlagerung des Gewässers in die Locher Wiesen könnte das Gewässer wieder mit seiner natürlichen Aue verbunden werden und sich im Hochwasserfall leichter ausdehnen. Durch einen kurvenreichen und somit natürlicheren Verlauf würde sich zudem die Lauflänge verlängern und der Abfluss könnte verlangsamt werden. Der dadurch entstehende Rückhalt des Wassers kann durch Bepflanzungen mit standorttypischen Gehölzen noch erhöht werden. Förderlich wäre auch die Reaktivierung natürlicher Auenstrukturen in den Locher Wiesen wie Senken und Rinnensysteme, in denen das Wasser in der Fläche zurückgehalten wird. Diese Strukturen bieten zugleich einen Lebensraum für Amphibien.  Auch im weiteren Verlauf des Reusrather Baches gibt es Entwicklungspotenziale z.B. auf Höhe der Landesklinik. Auch hier ist der Gewässerverlauf sehr gradlinig und eingeschnitten. Hier könnten durch eine Abflachung der Ufer, die Anlegung von Mäandern und den Einbau von Totholz gewässertypische Strukturen geschaffen werden.

Auch der Galkhausener Bach braucht Hilfe

Naturnahe Strukturen finden sich dagegen bereits im unweit entfernten Galkhausener Bach, in welchen der Reusrather Bach mündet. Hier schlängelt sich das Gewässer in einem flachen totholzreichen Profil. An den gewässertypisch deutlich ausgeprägten Prallhängen brütet der Eisvogel. Doch auch der Galkhausener Bach ist noch nicht an allen Stellen in einem guten Zustand. Daher wollen die Gewässerschützer auf der Fläche eines BUND-Mitglieds nun selber aktiv werden. Nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden sollen auch in diesem Bereich durch den Einbau von Totholz, die Entfernung von Uferverbau und den Anschluss an die Gewässeraue naturnahe Strukturen gefördert werden.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt wollen sich die Gewässeraktiven des BUND Langenfeld nun an die zuständigen Behörden wenden und ihre Anregungen einbringen. Die Aktiven wollen sich auch dafür einsetzen, dass im gesamten Einzugsgebiet natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen umgesetzt werden. Möglichkeiten bieten sich hierfür auf landwirtschaftlichen Flächen im Umland und in Siedlungsbereichen. Hier könnte durch die Vermeidung von zusätzlichen Versiegelungen und durch Maßnahmen, die die Versickerung von Regenwasser fördern, die Situation entschärft werden. Das Wassernetz NRW wird die Aktiven bei ihrem Engagement unterstützen und hierzu weiter berichten.