Rückmeldung zum BBV-Artikel „Weiter Krach um den Kubaai-Boden”

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Der Artikel “Weiter Krach um den Kubaai-Boden“ im BBV-net (Bocholter-Borkener Volksblatt) vom 2.12.2016 befasst sich mit der Verfüllung der Bocholter Radrennbahn mit Boden aus einem ehemaligen Textilindustriegelände, welches im Rahmen des Projekts Kubaai umgestaltet werden soll. Der Artikel ist eine Reaktion auf einen Bericht, den die Wassernetz NRW-Redaktion im Nachgang eines Vor-Ort-Termins mit dem NABU Bocholt, Anwohner*Innen und zuständigen Behördenvertretern verfasst hat. Mit diesem Beitrag möchten wir nun auf den Vorwurf der „Falschaussagen“ und „Unverschämtheiten“ reagieren und unser Anliegen richtigstellen.

Offene Fragen klären

In dem Bericht des Wassernetz NRW vom 6.11.2016 erörtern wir die Bedenken, die für uns auch nach dem Termin nicht ausgeräumt werden konnten. Richtig – es gab keine weiteren Fragen, aber viele der von uns gestellten Fragen konnten bislang nicht ausreichend beantwortet werden. Dies wurde zudem auch an dem Termin in Bocholt klar kommuniziert.

Zum Beispiel konnte auch auf Nachfrage nicht genau benannt werden, welche Stoffe sich in dem Boden befinden, der in die Radrennbahn eingebracht werden soll. Dies könne in dem entsprechenden Gutachten nachgelesen werden. Hilfreich wäre es aus unserer Sicht gewesen, das Gutachten oder relevante Auszüge zu dem Termin am 10.10.2016 mitzubringen und zu erläutern.

Informationen zum Risikomanagement gewünscht

Was passiert, wenn sich der Grundwasserspiegel drastisch erhöht und an den "Kubaai-Boden" gelangt? Im BBV-Artikel wird zitiert, dass dies unmöglich sei, da selbst bei dem Jahrhunderthochwasser im Juni der Grundwasserspiegel 10 cm unter dem notwendigen Mindestabstand zum "Kubaai-Boden" gelegen habe. Doch 10 cm sind nicht viel, wenn wir unter Berücksichtigung des Klimawandels davon ausgehen müssen, dass zukünftig mit viel extremeren Hochwasser- und Starkregenereignissen zu rechnen ist. Die Folgen dieser Ereignisse verstärken sich zudem durch Flächenversiegelungen. Die zusätzliche Versiegelung der Fläche der Radrennbahn ist ein weiteres Problem, auf das wir in unserem Bericht hingewiesen haben. In dem betroffenen Grundwasserkörper befinden sich darüber hinaus grundwasserabhängige Schutzgebiete, die durch die Versiegelung und im Falle eines Eintrags mit belastetem Bodenmaterial nachhaltig beeinträchtigt werden könnten.

Gesprächsbedarf auch weiterhin vorhanden

Warum der Bericht des Wassernetz NRW eine „Unverschämtheit“ ist und welche Aussagen in unserem Bericht falsch sind, erschließt sich für uns nicht. Wir legen daher allen Leserinnen und Lesern nahe, sich ein eigenes Bild zu machen. Da auch weiterhin Gesprächsbedarf besteht, würden wir uns auch im Interesse der Gewässerschützer*innen der Naturschutzverbände und interessierten Anwohner*innen ein Gespräch mit den zuständigen Vertretern der Behörden und eine sachliche Diskussion wünschen.