Studie: Langeler Brücke gefährdet WRRL-Ziele

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Aktuell wird im Bundestag der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 beraten. Für die Gewässer-Aktiven des BUND und NABU enthält das Dokument ein kritisches Brücken-Projekt zwischen Wesseling und Langel. Würde es realisiert, dann steht auch die WRRL-Umsetzung am betreffenden Rheinabschnitt zur Disposition. Eine Studie des BUND bestätigt die Problematik und zeigt gewässerverträgliche Alternativen auf.

Der Rhein mit seiner Aue ist bei Langel besonders schützenswert. Nicht nur aus dem Grund, weil bereits die linke Stromseite nahezu bis zum Ufer verbaut wurde. Es befinden sich dort unter anderem Flächen eines FFH-Gebietes zum Schutz der Wanderfische, ein grundwasserabhängiges Landökosystem sowie ein Trinkwasserschutzgebiet. Für diese sensiblen Bereiche hätten die gewässerseitigen Ziele gemäß der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bis Ende 2015 erfüllt sein müssen. Auch für den Rhein ist der Schutz und die ökologische Entwicklung der Aue elementar, um dort den Verpflichtungen aus der WRRL nachkommen zu können. Laut der Studie stehen die erforderlichen gewässerökologischen Maßnahmen noch aus und würden durch das beabsichtigte Brückenprojekt konterkariert. Die Autor*innen sehen aus diesem Grund Anhaltspunkte für ein EU-Vertragsverletzungsverfahren, sollte das Vorhaben beschlossen und realisiert werden. Tangiert wäre das WRRL-Verschlechterungsverbot. Relevant dürfte auch sein, dass mit dem Querbauwerk die Funktion des Hochwasser- Retentionsraums beeinträchtigt sei und damit einhergehend sich neue Risiken für das Management von Fluwellen ergeben. Des Weiteren würde die Brücke von Gefahrenguttransportern benutzt. Bei Unfällen bestehe das Problem, dass austretende Schadstoffe auch in die verbliebene Aue mit ihren Schutzgebieten gelangen könnte. Als gewässerverträgliche Alternativen zum Bauprojekt werden unter anderem die Förderung des Schienenverkehrs empfohlen.

Eine Zusammenfassung der Studie ist hier abrufbar.