Gewässerbericht des Bundes liegt vor

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Ende Oktober veröffentlichte das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Umweltbundesamt einen umfassenden Bericht zur Situation der Gewässer in Deutschland. Sein Titel lautet: "Die Wasserrahmenrichtlinie". Die Informationen stammen zumeist aus den WRRL-Bewirtschaftungsplanungen für die 10 deutschen Flussgebiete, welche die Bundesländer im vergangenen Jahr vorgelegt haben. Das Dokument enthält unter anderem Angaben zum Gewässerzustand, zu Nutzungen, Maßnahmen und Zielen.

Positiv ist hervorzuheben, dass der Bund mit dieser Publikation eine gute Gesamtschau zu wesentlichen Aspekten der WRRL-Umsetzung in Deutschland bereit hält und diese verständlich aufbereitet hat. Wichtige Herausforderungen und Verursacher werden genannt. Anhand von Beispielen können die Leser*innen einen Einblick darüber erhalten, dass in verschiedenen Handlungsfeldern effektive Maßnahmen bereit stehen und erfolgreich zur Anwendung kommen.

Allerdings ist nicht übersehbar, dass die Fortschritte des Gewässerschutzes bisher recht bescheiden ausfallen. Mehr als 90% der gemeldeten Oberflächenwasserkörper und 36 % der Grundwasserkörper verfehlen aktuell die Ziele der WRRL. Laut dem Bericht wird sich die Situation auch im Jahr 2021 nicht deutlich geändert haben. Den guten Zustand werden dann 18% der Oberflächenwasserkörper und 1,5% mehr Grundwasserkörper erreichen.

Während die Herausgeber bereits für eine weitere Verschiebung der Zielerreichung werben, bleiben die Informationen zu den bisher erfolgten Maßnahmen recht sparsam. So erfahren die Leser*innen nicht, wie viel Prozent der notwendigen Arbeiten des Gewässerschutzes bisher realisiert wurden und wie wirksam sich diese darstellten. Auch ist nicht angegeben, was genau bis 2018 - also der nächsten Umsetzungsfrist - folgt. Die Information, dass bei knapp 80% der Wasserkörper Vorhaben zur Reduzierung der Nährstoffeinträge geplant sind oder bei knapp 55% der Oberflächenwasserkörper die Auen entwickelt werden, lädt zum Hinterfragen ein - etwa: Wird mit der Maßnahme nur eine Beratung umgesetzt oder zugleich die Umstellung auf den ökologischen Landbau sicher gestellt? Soll eine Aue auf 50 Meter renatuiert werden oder auf 500 und mehr Meter?

Vieles muss also vor Ort erfragt und genauer nachgeprüft werden.

Die Lektüre lohnt sich trotz der offenen Fragen als Einstieg in die WRRL-Umsetzung in Deutschland, zumal in der Publikation auch weiterführende Adressen angegeben sind.

Der 145 Seiten umfassende Bericht ist als pdf-Version über diesen Link abrufbar. Für Eilige empfiehlt sich das überblicksartige Factsheet.