Durchgängigkeit – noch viel zu tun

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Das Wassernetz ist der Frage nachgegangen, welche der Anregungen von BUND, NABU und LNU in dem aktuellen Bewirtschaftungsplan für die NRW-Gewässer Berücksichtigung gefunden haben, um die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Bächen und Flüssen zu verbessern. Hierfür wurde die Antwort des Landes zur gemeinsamen Stellungnahme der Naturschutzverbände ausgewertet, die sie 2015 im Rahmen der Anhörung zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie einreichten. Das Ergebnis: Neben einigen positiven Anpassungen verbleiben noch viele offene Fragen.

Im Rahmen der Anhörung zur Bewirtschaftungsplanung 2015-2021, die zur Umsetzung der Vorgaben gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dient, haben BUND, NABU und LNU mit einer gemeinsamen Stellungnahme hervorgehoben, dass weitergehende Maßnahmen zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit erforderlich seien. Für die Naturschutzverbände gehören relevante Anstrengungen zu den 6 prioritären Aufgaben, die bis 2021 anzugehen sind. Entsprechend umfassend waren dann auch die Vorschläge, die die Aktiven Gewässerschutzes zur Thematik formulierten.

Wie bereits berichtet hat das Land im Sommer dieses Jahres auf die Anregungen der Wassernetzer*innen geantwortet.

Positiv ist hervorzuheben, dass mehrere Vorschläge aufgegriffen wurden, die die Naturschutzverbände vorgetragen bzw. mit unterstützt haben. Insbesondere zu nennen sind die folgenden Neuerungen:

  • Die Landesumweltbehörde ermittelt im Rahmen einer Studie diejenigen Querbauwerke,die für einen Rückbau besonders geeignet sind. Hierzu zählen insbesondere Barrieren, mit deren Entfernung zugleich größere Gewässer-Strecken  renaturiert und wieder durchwandert werden können.
  • Auch die Naturschutzverbände haben die Möglichkeit, ihr vor-Ort-Wissen zur Aktualisierung der Querbauwerksdatenbank des Landes beizusteuern.
  • Zum Schutz der Äsche sind zusätzliche Maßnahmen in die Planungen aufgenommen worden.
  • Die Angaben zur Situation der potamodromen Arten (= nur im Süßwasser wandernde Arten) wurden aktualisiert und mit Karten hinterlegt.

Zugleich stehen zu vielen wichtigen Anregungen der Naturschutzverbände Nachbesserungen aus:

  • Noch ist an vielen Querbauwerken nicht ermittelt, wie durchgängig sie derzeit sind.
  • Zudem bleibt unklar, wie viele der Anlagen bzw. Gewässer bis 2021 wieder durchwanderbar sein werden oder was dort bis 2018 erfolgt.
  • Für die meisten Bäche und Flüsse ist ungewiss, ob sie für alle gewässertypischen Arten geeignete Wanderhilfen zukünftig bieten werden. Ohne zusätzliche Maßnahmen werden weite Strecken der Agger, Ruhr oder der Weser-Zuflüsse für den Lachs nicht erreichbar sein. Bisher wenig berücksichtigt sind zudem die Anforderungen für das Makrozoobenthos. Zum Schutz und Entwicklung dieser Gewässerboden-Tiere müssen Umgehungen für die Rückstaue errichtet werden, sofern die Querbauwerke nicht zurückgebaut werden können.
  •  Neben der Auflistung von Querbauwerken, die entfernt werden können, bedarf es auch eines Rückbauplans, damit die Herstellung der Durchgängigkeit in den vorgesehen Fristen erfolgen kann.
  •  Während es weiterhin an Mitteln fehlt, um alle erforderlichen Arbeiten für die Durchgängigkeit zeitnah umsetzen zu können, besteht für viele Verursacher von Barrieren keine Anforderung, sich angemessen an den Kosten des Gewässerschutzes zu beteiligen. Auch sind bestehende Anreize nicht in der Art gesetzt, dass flussverträgliche Lösungen zum Zuge kommen.
  • Die Strategien zur Förderung der Flächenverfügbarkeit oder zur Sicherstellung der Durchgängigkeit der Gewässersohle müssen um weitere wirksame Maßnahmen ergänzt werden.