Studie zur Fischverträglichkeit von Wasserkraftanlagen

Eingetragen bei: Allgemein | 0

Im Auftrag des Landes NRW wurde an drei Wasserkraftanlagen untersucht, wie wirksam der Fischschutz sowie die eingerichteten Wanderhilfen sich für den Abstieg erweisen. Ein erster Bericht liegt nun vor.

 

Für die Untersuchung wurde der Atlantische Lachs ausgewählt, der gemäß der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt ist. Er zählt zu den Fischen, die lange Wanderstrecken zurücklegen. Auch aufgrund von Flussregulierungen und Querbauwerken mit Turbinenbetrieb ist sein Lebensraum in NRW beeinträchtigt. Die strukturellen Veränderungen schlagen sich in der nicht günstigen Bestandsgröße wieder. Selbst in der Schutzkulisse wie der Sieg bestehen für den Lachs noch mehrere Barrieren. Wichtig war es aus diesem Grund zu klären, inwiefern die derzeitigen Herausforderungen für die Fisch-Wanderung mit der Umrüstung von Wasserkraftanlagen gelöst werden können.

Ein Forscherteam des Norwegischen Instituts für  Naturforschung (NINA) und der Universität Köln hat an insgesamt drei Wasserkraft-Standorten in Baden-Württemberg (Standort Gegenbach) und NRW (Standorte Unkelmühle/Sieg und Kuhlemühle/Diemel) ermittelt, wie sich verschiedene Techniken des Fischschutzes und Fischabstieges auf Wanderwege und -Verluste von Lachs-Smolts auswirken.  Hierfür wurden 525 Individuen mit Radiosendern ausgestattet.

Das Monitoring ergab, dass sich die untersuchte Anzahl der Smolts um 3,1 -6,3 % (Gengenbach) bzw. um 12,8% (Unkelmühle) reduzierte und dieser Verlust auf die Wasserkraftanlage zurückzuführen war. Am Standort Kuhlemühle liegt bisher nur eine Schätzung vor. Danach beträgt die Mortalitätsrate bis zu 8%. An keiner der untersuchten Anlage konnte demzufolge bestätigt werden, dass sie die Anforderungen für den Schutz des Lachses mit Sicherheit erfüllt. Entsprechend der Maßgabe für Lachs-Zielartengewässer in NRW darf der Individuen-Verlust je Wanderhindernis nicht 5% überschreiten.

Ferner zeigten die Wissenschaftler auf, dass mit einem Querbauwerk zusätzliche negative Effekte für die Fische einhergehen können. Im Rückstaubereich der Unkelmühle lag die Mortalitätsrate der Smolts bei bis zu 17%. Den auffälligen Befund erklären sich die Forscher mit den unnatürlich günstigeren Bedingungen für Räuberfische.

 

Der Bericht ist in englischsprachiger Fassung auf dem Flussgebietsportal des Landes NRW abrufbar.