Dialog am Kupfersiefen

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Im Rahmen eines Dialoges am Bach besuchte das Wassernetz NRW am 13. August 2016 aktive Gewässerschützerinnen und Gewässerschützer in Rösrath, um sich über den aktuellen Stand der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor Ort zu informieren. Die BUND-Gruppe Rheinisch-Bergischer Kreis hatte zu diesem Treffen eingeladen. Anlass sind aktuelle Beeinträchtigungen des Kupfersiefens in Rösrath.

Erhöhter Eintrag von Feinsedimenten

Der Kupfersiefen durchfließt als Quellzufluss die Hang- und Auenwälder des Naturschutzgebietes „Kupfersiefer Bachtal“  und mündet schließlich in den Kupfersiefer Bach. Die Aktiven und das Wassernetz stellten bei ihrer Begehung fest, dass der Kupfersiefen sehr naturnahe Strukturen aufweist. Allerdings fiel ihnen auf, dass das Gewässer viele Feinsedimente führt. Für diesen Gewässertyp, einen grobmaterialreichen silikatischen Mittelgebirgsbach, ist das eher untypisch. Wie ein Leichentuch legen sich die Sedimente über die natürlichen Sohlsubstrate wie Steine, Kies und Schotter und beeinträchtigen somit das Laichhabitat z.B. von der Bachforelle und den Lebensraum für Kleinstlebewesen (Makrozoobenthos).

Zufahrtsweg erhöht das Problem

Wo liegt nun der Ursprung für diese Beeinträchtigung? Zum einen befinden sich im unmittelbaren Einzugsgebiet des Gewässers zahlreiche landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen (z.B. Maisanbau), von denen, verstärkt durch die Hanglage, bei stärkeren Regenfällen Sedimente in den Kupfersiefen eingetragen werden.  Zum anderen machen die BUND-Aktiven aus Rösrath schon seit einiger Zeit auf einen anderen Missstand aufmerksam, der das Problem der Sedimenteinträge noch zusätzlich verstärkt: Ca. 150 Meter oberhalb der Mündung des Kupfersiefens in den Kupfersiefer Bach wurde für die Erschließung weiterer Baugrundstücke in Hanglage eine ca. 120 Meter lange unbefestigte Zufahrt errichtet. Durch den Anschluss der Baugrundstücke wurden umfangreiche Erdbewegungen durchgeführt. Nur eine ca. 2,5 Meter breite Straße trennt den Zufahrtsweg von dem geschützten Hang- und Auenwald, der steil zum Kupfersiefen abfällt. Alarmiert nahmen die Gewässer-Aktiven und das Wassernetz bei der Begehung zur Kenntnis, dass bereits Sedimente, Splitt und weitere Bauabfälle in den Hang- und Auenwald eingetragen wurden. Die niedergedrückte Vegetation weist zudem einen deutlichen Weg zum Kupfersiefen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Sedimente und das verunreinigte Oberflächenwasser der Zufahrt und des Baugrundstückes nicht nur den zu schützenden Auenwald sondern auch den Kupfersiefen beeinträchtigt, wodurch gegen das Verschlechterungsverbot gemäß WRRL verstoßen wird. Dabei gab es eigentlich keinen Grund für die Errichtung dieser Zufahrt. Ein befestigter Weg zu den Grundstücken, über welchen auch die nebenstehenden Gebäude errichtet wurden, ist bereits vorhanden. Auch seitens der Feuerwehr gab es keine Bedenken diesen vorhandenen Weg für Noteinsätze zu nutzen.

Wie geht es weiter?

Die BUND-Gruppe hat die zuständigen Behörden bereits mehrfach auf diesen Missstand hingewiesen und sich nun auch an den Bürgermeister von Rösrath gewandt. Nun bleibt abzuwarten, welche Reaktionen hierzu von den Verantwortlichen erfolgen. Das Wassernetz NRW wird den Einsatz der Gewässer-Aktiven für den Schutz des Kupersiefens auch weiterhin begleiten und nachhaltig unterstützen.