Studie zur Minimierung von Nitrateinträgen

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Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Juni dieses Jahres einen Bericht zur Bewertung von Maßnahmen zur Verminderung von Nitrateinträgen ins Grundwasser herausgegeben. Damit reagiert das UBA auf das Ergebnis der Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2014, nach welchem deutschlandweit  ca. 26 Prozent der Grundwasserkörper zu hohe Nitratwerte aufweisen und sich daher in einem schlechten chemischen Zustand befinden.

Regionale Betrachtungen sind erforderlich

Im Wesentlichen spricht sich das UBA für eine Zielwert-Senkung des Stickstoff-Gesamtbilanz-Überschusses aus der Landwirtschaft aus. Die Stickstoff-Gesamtbilanz ist eine Maßzahl für die potenziellen Stickstoffeinträge in Grundwasser, Oberflächengewässer und die Luft. Berechnet wird sie aus der Differenz zwischen Stickstoffflüssen in die Landwirtschaft und den Stickstoffflüssen, die aus ihr hervorgehen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen nationalen Indikator, der keinen Aufschluss über die regionale Gefährdung des Grundwassers zulässt. Das UBA regt daher eine regionale Betrachtung und die Einführung von regionalen Zielwerten an, die auch standortabhängige Gegebenheiten (z.B. die jährliche Sickerwassermenge)berücksichtigen.

Demnach wäre als Indikator auch nicht mehr der (nationale) Stickstoff-Überschuss relevant, sondern in Bezug auf Grundwasser der Anteil der Analysegebiete, deren Stickstoff-Konzentration im Sickerwasser den WRRL-Grenzwert unter- bzw. überschreitet.

Mit diesem Ansatz sei auch der Wechsel von einer Maßnahmen-orientierten hin zu einer Ergebnis-orientierten Politik verbunden. Dies erfordere allerdings die Einführung von standortangepassten Maßnahmen, die nicht mehr über bundes- oder landesweite Vorschriften (wie z.B. die Düngeverordnung), sondern über regional- und betriebsspezifische Regelungen durchgesetzt werden müssten.

Maßnahmenbewertung zur Verringerung von Nitrateinträgen

Der Bericht beinhaltet zudem eine Tabelle zur Bewertung von Minimierungsmaßnahmen der Nitratauswaschung von landwirtschaftlichen Flächen. Danach erweist sich die Umwandlung von Ackerland in Grünland oder eine mehrjährige Feldgrasbewirtschaftung und der ökologische Landbau am wirkungsvollsten zur Verminderung des Stickstoffüberschusses bzw. der Nitratauswaschung.

Das UBA geht davon aus, dass mit den verfügbaren organisatorisch-technischen Maßnahmen eine Verminderung des Überschusses der Stickstoff-Flächenbilanz um ca. 30 bis 40 kg Stickstoff pro Hektar landwirtschaftliche Fläche im Mittel aller Betriebe möglich ist. Nicht beurteilt werden könnten allerdings damit einhergehende Gewinneinbußen der landwirtschaftlichen Betriebe.

Der UBA-Bericht weist allerdings darauf hin, dass es auch nach dieser Verminderung Kreise bzw. Analysegebiete gibt, in denen eine darüber hinausgehende Reduzierung des Stickstoff-Überschusses erforderlich ist. Für diese Regionen müssen weitgehendere Maßnahmen, wie die Reduzierung der Viehbestände und/oder die Überführung von Wirtschaftsdünger und Gärresten in Gebiete mit höherer Aufnahmekapazität, in Betracht gezogen werden.

Der Bericht des Umweltbundesamtes ist unter folgendem Link abrufbar.