Arzneirückstände in Gewässern – Einträge über die Gülle

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Während derzeit in NRW die 4. Reinigungsstufe für Kläranlagen als Brückenstrategie Einzug hält, um Gewässerbelastungen durch Mikroschadstoffe zu reduzieren, bleiben die Einträge an pharmazeutischen Rückständen aus landwirtschaftlichen Quellen weitgehend unberücksichtigt. Diesbezüglich besteht auch auf EU- und Bundes-Ebene Handlungsbedarf. Bereits bei der Erfassung des Ausmaßes der Problematik liegen noch erhebliche Datenlücken vor.

2013 wurden 1452 Tonnen an Antbiotika in Tierställen eingesetzt. Diese Stoffe werden bis zu 80% der eingesetzten Menge und fast unverändert wieder ausgeschieden. Welche Auswirkungen diese Substanzen in der Gewässerumwelt haben, bleibt weitgehend unklar, weil im EU-weit vorgeschriebenen Nachzulassungsmonitoring Lücken bei der Anwendung bestehen. Es fehlen auch Vorschriften zur Begrenzung von Arzneirückständen in der Gülle, die auf landwirtschaftlichen Flächen verbracht werden. Im Zuge der WRRL-Umsetzung wurde bisher versäumt, Umweltqualitätsnormen für Rückstände an Veterinärpharmaka in Gewässern verbindlich festzulegen. Wichtig wäre dieses u.a. für die Wirkstoffklasse der Sulfonamide und Tetracycline. Auch wenn die Substanzen bei der Beprobung von berichtspflichtigen Gewässern Berücksichtigung finden - wie es etwa in NRW der Fall ist -, gehen diese Befunde nicht in die Bewertung der Gewässer ein. Folgerichtig werde dann auch kein Handlungsbedarf festgestellt, so dass konkrete Maßnahmen ausbleiben. Von der EU-Kommission steht zumal seit dem 12.9.2015 eine Strategie aus, um die Gewässerverunreinigung durch pharmazeutische Substanzen anzugehen.
PAN Germany hat seine Anregungen zum weiteren Vorgehen in einer kompakten Hilfestellung zusammen gefasst.

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