Weser: Masterplan Salzreduzierung liegt vor

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Am 18.3.2016 veröffentlichte die Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser den länderübergreifend abgestimmten Plan zur Fortführung der WRRL-Umsetzung im Einzugsgebiet der Weser. Besondere Aufmerksamkeit erhält der weitere Umgang mit den Salzeinleitungen aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier, die auch den Flussabschnitt auf nordrhein-westfälischem Gebiet betreffen. Nach den jüngsten Festlegungen wird die Weser in NRW die Umweltziele für Chlorid, Kalium und Magnesium bis 2027 erfüllen. Aus Sicht der Naturschutzverbände stellen die Beschlüsse eine Verbesserung zu dem bisherigen 4-Phasen-Plan dar. Allerdings bleibt die Frage, ob mit den beabsichtigten Maßnahmen die Qualitätsanforderungen tatsächlich erreicht werden können.

Als Umweltziele wurden nun für die Messstation Boffzen, die sich im Bereich der NRW-Weser unweit von Höxter befindet, folgende Zielwerte als 90 Perzentil festgelegt: Chlorid 300 mg/l, Kalium 20mg/l und Magnesium 30mg/l. Ausgehend von diesen Richtwerten muss dafür die Salzkonzentration in der Wasserphase um 40% reduziert werden sowie die Magnesium-Konzentration um 60%. Um die Ziele zu erfüllen, sollen Maßnahmen am Ursprung der Belastungen erfolgen. Diese sind in einem Masterplan zusammengefasst. Die Versenkung von Kalilaugen in das Grundwasser soll eingestellt werden. Bei der Produktion ist zukünftig beabsichtigt, mithilfe einer sogenannten Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage das Salzabwasser einzudampfen. Das verbleibende Produktionsabwasser wird als Lösung eingestapelt bzw. in verfestigter Form als Versatz unter Tage gebracht. Zudem steht die Abdeckung der Halden an. Ggf. sind weitere Maßnahmen wie die Produktionsdrosselung vorgesehen. Aus Sicht der Naturschutzverbände bestehen allerdings Zweifel, ob die Maßnahmen zur Halbierung der Salzbelastung beitragen können. Zum Beispiel gibt es noch keine Lösung für die Haldenabdeckung. Zudem sind die Qualitätsanforderungen selbst nicht strikt genug, um auch empfindlichen Organismen einen Lebensraum zu bieten. Für mehr als 50% der Makrozoobenthos-Arten dürfte die zulässige Chlorid-Konzentration zu hoch sein. Die Naturschutzverbände aus NRW haben in Abhängigkeit von dem Gewässertyp einen Chlorid-Wert von nicht mehr als 154mg/l gefordert und weitere Untersuchungen angemahnt, um offene Fragen zur Festlegung eines Grenzwertes zu klären.

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