Veranstaltungsbericht: WRRL-Umsetzung in Emsdetten

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Die BUND Ortsgruppe Emsdetten lud am 15.3.2016 zu einem Vortrag über die WRRL-Umsetzung vor Ort und im Kreis Steinfurt ein. Neben Mitgliedern der Ortsgruppe nahmen auch Gäste teil, darunter mehrere Landwirte. Die rege Teilnahme an diesem Termin bestätigte, dass aktuelle Informationen zum Gewässerschutz und zu den Arbeiten der Behörden sehr gewünscht sind. Folgetreffen der Gebietskooperationen oder Informationsveranstaltungen der Gemeinden stehen auch im Nordwesten von NRW noch aus. Die Naturschutzverbände in NRW haben in ihrer Stellungnahme zum weiteren Flussgebietsmanagement aus diesem Grund angeregt, dass diesbezüglich mehr getan werden müsse.

Der Vortrag informierte über Eckpunkte der WRRL-Vorgaben und über die aktuelle WRRL-Umsetzung in NRW. Anhand ausgewählter Gewässer wie der unteren Ems und dem Emsdettener Mühlenbach konnten die Teilnehmenden erfahren, in welchem Zustand sich die Lebensräume derzeit befinden und welche Maßnahmen für die kommenden Jahre geplant sind. Einige positive Neuerungen waren zu vermelden, zu denen auch die Eingaben der Naturschutzverbände beitrugen. Zum Beispiel sollen an der unteren Ems Altarme wieder angeschlossen werden. Am Emsdettener Mühlenbach findet demnächst eine behutsamere Nutzung der Ufer statt. Auch für den Grundwasserschutz sollen Maßnahmen zur Minimierung von Nährstoffeinträgen nun eher kommen. Dies ist auch erforderlich, weil die meisten Grundwässer vor Ort bereits übermäßig mit Nitrat belastet sind und ohne zusätzliche Anstrengungen die Situation bis 2021 sich weiter verschärfen wird. Es stellte sich zugleich die Frage, was genau wo getan würde. Alles steht und fällt derzeit mit der Wirksamkeit der örtlichen Beratung durch die Landwirtschaftskammer. Der Lagebericht machte auch deutlich, dass es noch viele Handlungsfelder in der Gemeinde bestehen. Sei es, dass Maßnahmen zur Durchgängigkeit auf sich warten lassen oder durch ein Straßenbauvorhaben die Funktion eines Strahlursprunges (= ökologisch hochwertiger Gewässerabschnitt) beeinträchtigt wird. Diese Herausforderungen wiegen umso schwerer, als der Bach zu den Vorranggewässern für den gefährdeten Europäischen Aal gilt und dort besonders sorgsam für seinen Schutz vorgegangen werden müsse. Die Teilnehmenden trugen in der anschließenden Fragerunde dazu bei, dass viele wichtige Informationen und Hinweise geborgen werden konnten. Die ehrenamtlichen Aktiven möchten die Umsetzung der WRRL vor Ort weiter unterstützen. Aus diesem Grund prüfen sie derzeit, welchen Beitrag sie in 2016 nachgehen werden. Nachgedacht wird auch über den Vorschlag, gemeinsam mit der Landwirtschaft den Gewässerschutz voranzubringen.